Der Regionergy-Fonds ist frisch am Start und will gezielt Eigenkapital zur Verfügung stellen, damit Stadtwerke und regionale Player Wind- oder Solarparks, Netze und Speichersysteme ausbauen können. Treibende Kräfte dahinter: Die LHI Gruppe, die Versicherungskammer und die VGH Versicherungen. Überhaupt, das Thema Finanzierung ist ja ein Dauerbrenner – insbesondere, weil so viele Versorger einfach nicht das notwendige Startkapital rumliegen haben. Laut KfW/PwC-Studie reden wir bundesweit bis 2045 von Summen, bei denen einem schwindlig wird: Über eine Billion Euro, allein ein Batzen von 535 Milliarden für neue Strom- und Gasnetze sowie effiziente Wärmeversorgung auf kommunaler Ebene. Wer da eigenkapitalseitig nicht mitziehen kann, fällt hintenüber.
Was steckt hinter diesem Fonds? Im Kern ein Bündnis privatwirtschaftlicher und öffentlicher Akteure, bei dem Know-how und Geld, aber auch regionale Vernetzung zusammenspielen – und das ist im energiewirtschaftlichen Flickenteppich Deutschlands so wichtig wie nie zuvor. Die technische Seite ist keine Zukunftsmusik mehr: Die Projekte sind inzwischen meist ausgereift, es braucht schlicht pragmatische Investoren. Der Fonds schielt übrigens nicht nur auf grüne Ideale, sondern schüttet laut VGH auch stabile, langfristige Cashflows aus – nebenbei also eine Win-Win-Situation für lokale Entwicklung und die Renditewünsche großer Anleger.
Die ersten Investments starten mit Mitteln der Lead-Investoren. Wenn alles rundläuft, können weitere institutionelle Anleger nachziehen. Bei einer geplanten Laufzeit von 20 Jahren (plus Speckgürtel Verlängerungsoption) sollen insgesamt 250 bis 500 Millionen Euro Eigenkapital angestoßen werden. Stadtwerke profitieren von den Investitionen, bekommen Kontakte und Expertise, während die Versicherer auch noch als Multiplikatoren auftreten – da schließt sich der Kreis regionaler Entwicklung mit der Suche nach sicheren und nachhaltigen Anlagemöglichkeiten. Übrigens: LHI hat inzwischen Erfahrung mit ähnlichen Strukturierungsaufgaben im Bereich der Infrastruktur und Erneuerbaren gesammelt. Regionale Netzwerke und langjährige Kooperationen zählen offenbar doch.
Kurzer Exkurs zu den Partnern: Die LHI Gruppe – eine Art Investment- und Finanzierungsmanufaktur mit Hauptsitz südlich von München – verwaltet ein Portfolio von 15 Milliarden Euro und deckt von Immobilien über Infrastruktur bis zu „grünem“ Assetmanagement alles ab, was semi-professionellen und institutionellen Anlegern gefällt. Die Versicherungskammer, größter öffentlich-rechtlicher Versicherer in Deutschland, spielt nicht nur finanziell, sondern auch gesellschaftlich gerne in der ersten Liga: Engagement bei Nachhaltigkeit, Stiftungen, Zertifizierungen – da wird’s nicht langweilig. Auch VGH glänzt mit regionaler Verwurzelung, sozialem Engagement und fast schon traditioneller Nähe zum öffentlichen Sektor.
Mit dem Regionergy-Fonds schaffen die LHI Gruppe, die Versicherungskammer und VGH einen wichtigen Baustein für die beschleunigte Finanzierung und Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Der Fonds setzt auf enge Kooperationen zwischen öffentlichen und privaten Akteuren, insbesondere Stadtwerken, um gezielt Eigenkapital für Projekte wie Wind- und Solarenergie, Netzausbau und Speicherlösungen bereitzustellen. Inzwischen wird stark diskutiert, wie solche privaten-public-partnership-Ansätze die notwendige Dynamik in den schleppenden Ausbau der erneuerbaren Infrastruktur bringen können, wobei Deutschlands Stadtwerke als Schlüsselakteure gelten – der Fonds könnte also so etwas wie eine Schablone für ähnliche Modelle sein. In den Medien wird derzeit oft auf die schleppende Umsetzung der Energiewende, gestiegene Finanzierungshürden für Kommunen und die Notwendigkeit gezielter Kapitalbündelung hingewiesen. Überhaupt werfen aktuelle Analysen (z. B. in der Süddeutschen) die Frage auf, wie die verantwortliche Energiepolitik wirtschaftliche, nachhaltige und soziale Ziele in Balance bringen kann. In europäischen Vergleichsstudien wird betont, dass innovative Finanzprodukte und regionale Partnerschaften ausschlaggebend für Tempo und Akzeptanz der Transformation sind.