Nach dem jüngsten innerparteilichen Streit um die Landesliste der AfD in Nordrhein-Westfalen setzt der Bundesvorstand auf Deeskalation und Mediation, um die verhärteten Fronten wieder aufzulockern. Noch ist unklar, wie die internen Konflikte langfristig beigelegt werden können – insbesondere, weil landes- und bundespolitische Strömungen innerhalb der Partei immer wieder für Reibung sorgen. Im Vorfeld der Europawahlen geraten gerade personelle Besetzungen und der innerparteiliche Kurs erneut ins Zentrum der Auseinandersetzungen, worauf der AfD-Bundesvorstand jetzt mit dem Appell zur Geschlossenheit reagiert. Neuste Berichte zeigen, dass das Thema auch in anderen Parteien für Aufmerksamkeit sorgt – spricht man bei CDU, SPD und Grünen doch verstärkt von der Notwendigkeit, extremistische Tendenzen im politischen Spektrum zu adressieren. Interessant ist außerdem, dass ein Gericht kürzlich über die Rechtmäßigkeit von Parteiausschlussverfahren entschieden hat, was auch den Handlungsspielraum von AfD-internen Disziplinarmaßnahmen erweitert. Zudem wächst der öffentliche und mediale Druck auf die Partei, transparente Lösungen für parteiinterne Skandale zu schaffen – ein Umstand, der die Führungsetage wohl nicht kaltlässt.