Eigentlich ist es schon fast ironisch: Ausgerechnet der große Player Thyssenkrupp Steel muss die eigene Flotte auf dem Wasserfußweg stoppen, weil der Fluss zu Versorgungsengpässen wird. 'Wegen der sich zuspitzenden Niedrigwassersituation können wir unsere Schubschifffahrt aktuell nicht mehr einsetzen', so ließ eine Unternehmenssprecherin verlauten. Stattdessen setzt man nun auf gecharterte, kleinere Schiffe, die auch bei mickrigen Pegelständen noch durchkommen – was kurzfristig hilft, aber doch ein bisschen nach Improvisation klingt. Interessant: Bislang ist die Versorgung der Kunden nicht akut gefährdet, was die immer noch laufenden Lieferungen belegen. Aber ganz ehrlich? So richtig Entwarnung gibt niemand. Wie es weitergeht, entscheidet eine eigens eingerichtete Task Force von Tag zu Tag neu. Die Dimension bleibt beeindruckend: Rund 50.000 Tonnen Erz und Kohle braucht der Stahlriese in Duisburg – täglich. Und das alles bei einer Logistik, die sich gerade ganz neu erfinden muss. Man fragt sich: Wie viele solche Hitzesommer oder trockene Flussabschnitte kann das System noch abfedern?
Thyssenkrupp Steel muss infolge des Rekordniedrigwassers im Rhein die firmeneigene Schifffahrt aussetzen und stattdessen extern gemietete Schiffe mit geringerem Tiefgang einsetzen. Das Unternehmen verbraucht pro Tag enorme Mengen an Rohstoffen, was die angespannte Versorgungslage verschärft. Die aktuelle Strategie verhindert derzeit Engpässe, jedoch bleibt unklar, wie lange dieses Provisorium angesichts des Klimawandels und wiederkehrender Wetterextreme zuverlässig funktioniert. Nach aktuellen Medienberichten verschärfen sich die Probleme für Unternehmen entlang der wichtigsten Wasserstraßen in Deutschland rapide, während die Bundesregierung unter Druck steht, langfristig belastbare Lösungen für die Infrastruktur und Versorgungssicherheit zu finden.