Neue Unternehmung von Sahin und Türeci: Strüngmann-Brüder steigen ein

Die Investoren Andreas und Thomas Strüngmann planen, das kommende Start-up der Biontech-Gründer Sahin und Türeci tatkräftig zu unterstützen.

heute 16:47 Uhr | 3 mal gelesen

„Wir stehen hinter Ugur und werden auch bei seinem neuen Projekt als Kapitalgeber dabei sein“, betonte Thomas Strüngmann gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Strüngmanns, die seit 2007 gemeinsam mit Sahin, Türeci und einigen weiteren Partnern das Fundament von Biontech gelegt hatten, bleiben ihrem langjährigen unternehmerischen Netzwerk offenbar treu. Nach dem phänomenalen Sprint bei der Impfstoff-Entwicklung 2020 ist nun ein neues Kapitel in Sicht: Sahin und Türeci gaben offiziell bekannt, dass sie ihren Vorstandsposten bei Biontech zum Jahresende aufgeben und mit einer frischen Firma an der Zukunft der Medizin arbeiten wollen – Fokus: innovative Arzneimittel. Die Börse reagierte zunächst schockiert, der Biontech-Kurs rasselte zeitweise um rund ein Fünftel in die Tiefe. 15 Prozent der Biontech-Anteile wollen Sahin und Türeci trotzdem behalten. Die Strüngmann-Brüder, die schon durch ihren Hexal-Deal Erfahrung mit erfolgreichen Biotech-Investments sammelten, halten nach Infos der FAS weiterhin fast die Hälfte der Firma. Ein Verkauf? Keine Rede davon, sagt Thomas Strüngmann – im Gegenteil: „Ich habe sogar zugekauft, als der Kurs gesunken ist.“ Es ist also alles andere als ein Abschied, auch wenn an der Spitze demnächst andere sitzen werden.

Die Entscheidung von Sahin und Türeci, sich von der Biontech-Unternehmensspitze zurückzuziehen, markiert einen Wendepunkt in der jüngeren deutschen Biotech-Geschichte. Ihr Fokus verschiebt sich auf die Entwicklung künftiger medizinischer Innovationen, vermutlich mit besonderem Schwerpunkt auf der Krebstherapie und Individualmedizin – ein Bereich, für den sie in Fachkreisen schon lange als Visionäre gelten. Die Unterstützung der Strüngmann-Brüder ist ein Signal, dass weiterhin substanzielle finanzielle und unternehmerische Ressourcen hinter der neuen Gründung stehen. Interessant für den Kapitalmarkt ist sowohl die Treue der Hauptinvestoren als auch die Aufteilung der Anteile: Während das Management wechselt, bleiben die wesentlichen Strukturen erhalten. Im aktuellen Nachrichtenumfeld wird besonders diskutiert, wie ihr Abschied Auswirkungen auf die Innovationskraft von Biontech und das Vertrauen in die deutsche Biotechnologie insgesamt haben könnte. Neue Berichte unterstreichen, dass sich die beiden offenbar auf neuartige Therapien mit hohem gesellschaftlichem Nutzen fokussieren und entsprechende Partnerschaften aufbauen wollen.

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