NRW bietet älteren Lehrkräften Extra-Bonus für verlängerten Dienst

Um die Personalnot an Schulen abzumildern, setzt Nordrhein-Westfalen zunehmend auf pensionierte Lehrer – mit einem satten Gehaltsplus von 15 Prozent als Lockmittel.

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Manchmal sind pragmatische Maßnahmen gefragt – und genau das versucht NRW derzeit: Das Schulministerium hat laut 'Rheinischer Post' beschlossen, Lehrkräften im Pensionsalter finanziell kräftig entgegenzukommen, wenn sie im Dienst bleiben. Wer den Ruhestand hinausschiebt, kann jährlich 1,8 Prozent mehr bei den späteren Versorgungsansprüchen bekommen. Hatte eine Lehrkraft bereits das Maximum beim Ruhegehalt erreicht, gab es bislang als Trostpflaster zehn Prozent obendrauf. Jetzt soll noch mehr Motivation her – nämlich 15 Prozent Zuschlag, künftig unabhängig vom bereits erreichten Höchstruhegehaltssatz. Der Lehrermangel macht offenbar erfinderisch: Laut Ministerium arbeiteten dieses Schuljahr bereits über 1.340 Lehrkräfte, die mindestens 67 Jahre alt sind, an NRWs Schulen. Vor sieben Jahren waren es erst 473 – das ist mehr als eine bloße Randnotiz, das ist eine Verdreifachung. Übrigens: Diese älteren Kolleginnen und Kollegen sind vielerorts nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich willkommen. All die Zahlen und Regelungen klingen für manchen vielleicht etwas trocken, aber sie spiegeln handfeste Wirklichkeit an Schulen, bei der es manchmal eher um Pragmatismus als um Idealismus geht.

Das Land NRW reagiert mit einem finanziellen Anreiz auf den wachsenden Lehrkräftemangel und versucht, pensionierte Lehrer mit einem erhöhten Gehaltszuschlag von 15 Prozent im Dienst zu halten. Der Vorschlag passt zu einem bundesweiten Trend, in dem ältere Lehrkräfte ihren Ruhestand verschieben, teils aus Berufung, teils weil sie gebraucht werden. Laut neuesten Recherchen fordern zudem verschiedene Bildungsverbände und auch Elternvertretungen, dass neben finanziellen Anreizen weitere Maßnahmen wie bessere Unterstützung, weniger Bürokratie und mehr Anerkennung nötig sind, um dauerhaft qualifizierte Lehrkräfte zu gewinnen und zu halten. Außerdem bleibt offen, wie sich eine altersmäßig stark durchmischte Lehrerschaft auf das Schulklima und den Innovationsgeist auswirkt: Einerseits profitieren vor allem jüngere Kolleg:innen und Schüler:innen vom Erfahrungsschatz, andererseits wächst die Sorge, ob das Modell langfristig trägt, zumal die Arbeitsbelastung an Schulen allgemein als hoch empfunden wird. Jüngste Artikel in großen deutschen Tageszeitungen bestätigen, dass Lehrermangel derzeit in fast allen Bundesländern akut bleibt – und die Diskussion darüber, wie man Lehrkräfte für den Schuldienst gewinnt oder hält, nimmt weiter Fahrt auf.

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