Das Land NRW reagiert mit einem finanziellen Anreiz auf den wachsenden Lehrkräftemangel und versucht, pensionierte Lehrer mit einem erhöhten Gehaltszuschlag von 15 Prozent im Dienst zu halten. Der Vorschlag passt zu einem bundesweiten Trend, in dem ältere Lehrkräfte ihren Ruhestand verschieben, teils aus Berufung, teils weil sie gebraucht werden. Laut neuesten Recherchen fordern zudem verschiedene Bildungsverbände und auch Elternvertretungen, dass neben finanziellen Anreizen weitere Maßnahmen wie bessere Unterstützung, weniger Bürokratie und mehr Anerkennung nötig sind, um dauerhaft qualifizierte Lehrkräfte zu gewinnen und zu halten. Außerdem bleibt offen, wie sich eine altersmäßig stark durchmischte Lehrerschaft auf das Schulklima und den Innovationsgeist auswirkt: Einerseits profitieren vor allem jüngere Kolleg:innen und Schüler:innen vom Erfahrungsschatz, andererseits wächst die Sorge, ob das Modell langfristig trägt, zumal die Arbeitsbelastung an Schulen allgemein als hoch empfunden wird. Jüngste Artikel in großen deutschen Tageszeitungen bestätigen, dass Lehrermangel derzeit in fast allen Bundesländern akut bleibt – und die Diskussion darüber, wie man Lehrkräfte für den Schuldienst gewinnt oder hält, nimmt weiter Fahrt auf.