FACTory-Projekt setzt auf kreative Faktenchecks für Social Media

Berlin – Wer viel unterwegs ist und mal eben das Handy zückt, stolpert rasant über tonnenweise Falschinformationen – hübsch verpackt in knackige Bildchen oder kurze Videos. Klassische Faktenchecks hingegen kommen immer noch oft in drögen Textblöcken daher, die auf mobilen Geräten manchmal untergehen. Mit dem FACTory-Projekt nimmt Europa das Problem beim Schopf und sucht nach neuen Wegen, faktenbasierte Informationen auffälliger und mobilfreundlicher zu gestalten – auch für kleine Redaktionen, die nicht aus dem Vollen schöpfen können.

heute 11:27 Uhr | 4 mal gelesen

Es ist ja fast schon ein alter Hut: Desinformation verbreitet sich wie Lauffeuer, vor allem via soziale Netzwerke – Boulevard-Tempo trifft Gifs, und Videos, die sich viral verhalten wie Ameisen auf zu viel Zucker. Teresa Dapp, Chefin des dpa-Faktenchecks, bringt die Herausforderung auf den Punkt: Wenn wahre Infos mithalten wollen, müssen sie so schnell, kreativ und ansprechend aufbereitet werden wie die Fakes, ohne dabei ihren journalistischen Anspruch zu verlieren. Hier setzt das europäische Pilotprojekt FACTory an, koordiniert von der Deutschen Presse-Agentur. Fünf erfahrene Faktencheck-Teams aus Europa werfen ihre Köpfe zusammen, um neuartige, insbesondere visuelle und interaktive Formate für Kanäle wie TikTok, Insta, YouTube oder Messenger auszuhecken – und dabei Methoden zu finden, die auch Zeit und Ressourcen sparen, und zwar so, dass kleinere Redaktionen nicht auf der Strecke bleiben. Mit im Boot sind weitere gestandene Fakten-Checker: Pravda (Polen), Lakmusz (Ungarn), Delfi (Litauen) und Funky Citizens (Rumänien). Die Devise: lokale Bündnisse, kurze Reaktionszeiten, KI dort, wo sie sinnvoll ist. Was das FACTory-Projekt hervorbringt, soll nicht einfach verpuffen, wenn die 18 Monate um sind. Das Ergebnis wird in einem mehrsprachigen Playbook dokumentiert, das auch anderen Redaktionen den nötigen Schub für effektives Faktenchecken gibt – ergänzt um Workshops, damit das Know-how in der Community weiterwächst. Das Ganze ist übrigens durch eine EU-Förderung (Ausschreibung CNECT/2024/1910855) mitfinanziert. Ein paar Worte noch zur dpa: Die Agentur gibt’s seit 1949, arbeitet in sieben Sprachen aus etwa 140 Standorten weltweit. Über 1000 Journalist*innen liefern Nachrichten, Fotos, Grafiken und mehr – alles betont unabhängig. Die dpa bleibt parteilos, nimmt keine Almosen von Staat oder Privat und steht mit über 170 deutschen Medienunternehmen als Gesellschafter breit da. Wer mehr über die Unabhängigkeit wissen will, findet Details auf der Website der dpa. Für Rückfragen: Jens Petersen, Konzernkommunikation (pressestelle@dpa.com).

FACTory bringt frischen Wind in die Welt der Faktenchecks, indem Formate entwickelt werden, die auf schnellen, visuellen Plattformen bestehen können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Integration künstlicher Intelligenz, etwa für effizientere Workflows und das schnelle Erkennen von Trends. Laut Recherchen berichten mehrere Medien aktuell, dass der Einsatz innovativer Methoden (z.B. kurze Video-Faktenchecks oder Infografiken für Instagram und TikTok) bei jungen Zielgruppen die Reichweite stetig erhöht, während gleichzeitig die Herausforderungen durch sich stetig wandelnde Algorithmen und die Flut an Desinformation zunehmen.

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