DSLWEB Breitband Report 2026: Viel Glasfaser, wenig Anschluss – Wer bleibt auf der Strecke?

Glasfaser kommt allmählich tatsächlich an – aber kaum jemand steht am Bahnhof. Die DSLWEB-Analyse beleuchtet widersprüchliche Entwicklungen beim Internetausbau in Deutschland.

05.01.26 10:00 Uhr | 22 mal gelesen

Das Verbraucherportal DSLWEB hat seinen aktuellen Breitband-Report Deutschland 2026 vorgestellt. Im Mittelpunkt steht diesmal, was in den vergangenen Jahren teils euphorisch angekündigt wurde: Der Glasfaserausbau macht Fortschritte, das lässt sich nicht mehr übersehen – statistisch zumindest. Ingo Hassa, einer der Analysten, fasst die Situation ernüchternd zusammen: Zwar wird vermehrt bis vor die Haustüren gebaut, doch die realen Anschlüsse an Haushalte lassen noch zu wünschen übrig. Die schöne neue Glasfaserwelt ist also häufig mehr Potenzial als belegte Wirklichkeit. Mit neuen politischen Vorgaben soll sich das ändern: Ab Sommer 2025 steht der Glasfaserausbau im Zentrum des öffentlichen Interesses, und für 2026 kündigt sich eine weitere Reform des Telekommunikationsgesetzes an. Gerade beim oft zähen Genehmigungsprozess für Mehrfamilienhäuser will man bürokratische Stolpersteine aus dem Weg räumen. Interessanterweise verschiebt sich auch der Fokus der Anbieter. Die Telekom zum Beispiel peilt weiterhin eine stolze Ausbaudynamik von 2,5 Millionen Haushalten pro Jahr an, rückt aber zunehmend aufs Land vor – dort rechnet man sich bessere Chancen aus, Haushalte tatsächlich für Glasfaser zu begeistern. Außerdem findet inzwischen eine, teils schleichende, Marktkonsolidierung statt. Mehr als 300 Unternehmen tummeln sich im Glasfasermarkt, aber viele wanken schon: Kleine Stadtwerke und Betreiber greifen öfter zu Synergien und übernehmen seltener Wachstum aus eigener Kraft. Abschließend bleibt die Frage nach dem alten Kupfernetz. Noch wird DSL nicht abgeschaltet – das dauert mindestens bis 2035, realistisch eher in Richtung 2040. Aber die Debatte läuft. Klare Übergangsregelungen werden jetzt dringender – niemand will, dass Menschen sprichwörtlich 'im Netz hängen bleiben'. Der aktuelle Breitband-Report liefert dazu nicht nur Zahlen und Fakten, sondern analysiert seit 2007 Jahr für Jahr die wichtigsten Trends, um Orientierung im Dickicht der Anbieter und Tarife zu schaffen. Mehr Details und Grafiken gibt es im Report selbst.

Der Breitband-Report 2026 von DSLWEB rückt die Diskrepanz zwischen rasant wachsendem Glasfaserausbau und stockender Nutzung durch Endkunden ins Rampenlicht. Zentrale Hürden bleiben bürokratische Prozesse, vor allem in Mehrfamilienhäusern, sowie eine zögerliche Nachfrage, die viele Anbieter ins ländliche Umfeld drängt – dort winken größere Chancen auf Anschlussabschlüsse und Refinanzierung. Politisch werden ab 2025 mit dem Status 'überragendes öffentliches Interesse' und einer geplanten Gesetzesänderung 2026 wesentliche Weichen gestellt, um Ausbau und Nutzung zu synchronisieren, während am Horizont bereits das allmähliche Ende der Kupfer-Doppeladernetze diskutiert wird. Zusätzliche Recherchen haben ergeben, dass viele Kommunen Schwierigkeiten beim eigenständigen Glasfaserausbau haben, da Investoren sich vorzugsweise auf Ballungszentren konzentrieren. Laut einem aktuellen Artikel in der Süddeutschen wird betont, dass nicht nur der Ausbau, sondern auch das Schließen der sogenannten 'weißen Flecken' entscheidend sei, damit niemand abgehängt wird. Außerdem mehren sich Forderungen aus der Wirtschaft nach mehr Transparenz im Genehmigungsprozess und klaren Übergangsregelungen, insbesondere mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Baubranche, was den Glasfaserausbau weiter bremst. Die langfristigen Folgen dieser Entwicklungen sind noch nicht absehbar.

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