Kartellamt: Sprunghafte Benzinpreise nicht erst seit Iran-Konflikt

Andreas Mundt, Chef des Bundeskartellamts, warnt Autofahrer: Wer sparen will, sollte besonders aufmerksam beobachten, wie die Preise an der Zapfsäule schwanken.

03.03.26 21:59 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal erstaunt es mich, wie sehr sich Benzinpreise einfach so ändern, ohne dass man als Verbraucher wirklich durchblickt, warum – stets ein Ratespiel am Morgen. Laut Andreas Mundt, dem Präsidenten des Kartellamts, lohnt es sich mehr denn je, die verschiedenen Tankstellen unter die Lupe zu nehmen, statt auf alte Taktiken zu vertrauen. Insbesondere morgens, so sagt er, sind die Preise meist am höchsten – die Faustregel scheint also zu stimmen, zumindest im Großen und Ganzen. Über die Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts, so Mundt in der ‘Rheinischen Post’, ist ein tagesaktueller Preisvergleich möglich. Es sei außerdem nicht nur der Iran-Schlag gewesen: Bereits im Vorfeld, quasi durch das bloße Drohpotenzial, diktierten steigende Beschaffungskosten und Unsicherheit die Richtung. Nach Bekanntwerden der Militäraktionen stiegen die Preise manchmal schlagartig um fünf bis sechs Cent je Liter – aber auch gute vier Cent davor machten einen Unterschied. Das alles ist anscheinend eng verknüpft mit den globalen Ölpreisen und den Bewegungen auf dem Kraftstoff-Großmarkt.

Das Bundeskartellamt betont, Benzinpreise unterliegen aktuell besonders großen Schwankungen, die nicht alle direkt mit militärischen Konflikten wie dem Iran-Krieg zusammenhängen. Bereits die Erwartung einer Eskalation kann Preise nach oben treiben, da Händler ihre Beschaffungskosten sichern wollen – ein Phänomen, das typisch für volatilen Rohstoffmärkte ist. Laut aktuellen Medienberichten hält sich die Unsicherheit am Ölmarkt nach den jüngsten Kampfhandlungen zwischen Israel und dem Iran, wobei sowohl politische Faktoren (wie Sanktionen) als auch saisonale Effekte die Großhandelspreise beeinträchtigen. Die Ampel-Regierung in Deutschland diskutiert unterdessen erneut mögliche steuerliche Entlastungen für Verbraucher, wie sie es bei früheren Preisschüben während des Ukraine-Kriegs taten. Einige Nachrichtenportale verweisen darauf, dass sich in Städten und Ballungsräumen die Preisdifferenzen an einzelnen Zapfsäulen in Echtzeit verändern können. Zugleich ruft das Kartellamt weiterhin dazu auf, mithilfe der Markttransparenzstelle Angebote zu prüfen und sich nicht auf Routinen zu verlassen; auch weil Preisbildung an deutschen Zapfsäulen in manchen Regionen weniger nachvollziehbar erscheint als in anderen europäischen Ländern.

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