Russische Urheberschaft hinter Angriff auf Signal bestätigt – Bundesregierung reagiert

Berlin geht fest davon aus, dass Russland für die jüngste Phishing-Offensive auf den Messenger-Dienst Signal verantwortlich zeichnet. Unter den Zielscheiben: Prominente Regierungsmitglieder wie Verena Hubertz (SPD), Karin Prien (CDU) und Parlamentspräsidentin Julia Klöckner. Regierungskreisen zufolge stammen deutliche Indizien auf eine russische Herkunft.

heute 16:57 Uhr | 3 mal gelesen

Schon vor einigen Tagen hatten niederländische Sicherheitsdienste ihre Einschätzung öffentlich gemacht und die Spur zu russischen staatlichen Hackern gelegt. Auch das FBI warnte im März speziell vor Aktivitäten aus Russland, die auf kommerzielle Messenger-Konten zielen – ein Panorama digitaler Angriffe, das immer breiter wird. Die deutschen Behörden fackelten jedenfalls nicht lange: Bundesamt für Verfassungsschutz und BSI nahmen Kontakt zu den kompromittierten Personen auf, überprüften die involvierten Geräte und arbeiteten daran, den Datenfluss zu kappen. Die Drahtzieher des Angriffs waren offenbar nicht wählerisch: Von Abgeordneten aus Regierung und Parlament, über Thinktanks und Journalist:innen bis zum Nachrichtendienst war praktisch das ganze politische Spektrum betroffen. Interessant am Rande: Offen bleibt, ob auch Bundeskanzler Friedrich Merz ins Visier geraten ist – was die Regierung zu Verständlichkeit (und vielleicht auch Sicherheitslage) lieber nicht kommentiert. Sprecher Sebastian Hille wiegte ab: Kommunikationswege der Regierung und der Minister (was auch immer das in Zeiten von Cyberwars heißt) seien grundsätzlich sicher – mehr wird nicht verraten.

Der jüngste Versuch, mittels Phishing Zugriff auf zahlreiche Signal-Konten im politischen Berlin zu erlangen, verweist aus Sicht der Bundesregierung klar auf Russland als Drahtzieher. Die Offensive traf nicht nur bekannte Politiker:innen, sondern auch Akteure aus Medien, Militär und Thinktanks – eine breitgestreute, offenbar gezielte Aktion gegen das Herz der deutschen Demokratie. Während Behörden wie das BSI und Verfassungsschutz rasch reagierten, bleibt die enorme Verwundbarkeit digitaler Kommunikation ein drängendes Thema – eine Unsicherheit, die im Angesicht geopolitischer Spannungen kaum beruhigend wirkt. Die aktuelle Entwicklung reiht sich nahtlos ein in eine Serie russischer Cyberattacken gegen westliche Institutionen, über die zuletzt beispielsweise die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online und Die Welt mit Blick auf verstärkte Angriffe und die Reaktionen auf EU-Ebene berichteten.

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