Familienunternehmer-Präsidentin kritisiert Merz' Führungsstil

Vor dem Hintergrund von schwachem Wirtschaftswachstum und sinkenden Investitionen wirft Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands 'Die Familienunternehmer', Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mangelnde Führungsenergie vor. Sie fordert deutlich mehr Durchsetzungsvermögen in der Ampel-Koalition – und klare Antworten auf die Wirtschaftsprobleme.

heute 17:58 Uhr | 4 mal gelesen

Ostermann beschreibt ihre Zweifel daran, wie zielgerichtet die Bundesregierung aktuell wirklich ist. Zwar bescheinigt sie Merz grundsätzlich gutes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, aber das reicht ihr nicht: Sie wünscht sich greifbare Resultate und fragt sich, wohin die Koalition mit dem Land überhaupt steuern will. Besonders kritisch sieht sie die Entwicklung der Lohnnebenkosten, die in Richtung 45 Prozent steigen – das sei eine gefährliche Entwicklung für Unternehmen: "Wir brauchen dringend eine Rückkehr zu niedrigeren Sozialabgaben, sonst verliert Deutschland weiter an Wettbewerbsfähigkeit", so Ostermann. Als Lösung schlägt sie unter anderem vor, das Renteneintrittsalter zu koppeln und Frühverrentung abzuschaffen. Ihr Ziel: Weniger Kosten bei Energie und Sozialversicherungen, weniger Steuern, weniger Bürokratie. Beim Spitzensteuersatz fordert sie eine spürbare Anhebung der Grenze, „mindestens 100.000 Euro“ sollen künftig die Schwelle markieren. Zwischenzeitlich sinniert sie, ob die Politik überhaupt noch Rezepte hat – oder stattdessen eher planlos agiert.

Marie-Christine Ostermann äußert deutliche Kritik am Kurs der Regierung und an Kanzler Merz: Für sie fehlt es vor allem an mutiger Führung und einem offensichtlichen Plan zur Bewältigung der wirtschaftlichen Herausforderungen. Sie fordert einen deutlichen Bürokratieabbau, niedrigere Lohn- und Energiekosten, strukturelle Rentenreformen und spürbare steuerliche Anreize. In aktuellen Medienberichten wird außerdem beleuchtet, dass der wirtschaftspolitische Stillstand vielerorts als Gefahr für deutsche Unternehmen gesehen wird – besonders im internationalen Vergleich geraten der Standort und seine Wettbewerbsfähigkeit zunehmend unter Druck. Tatsächlich scheint in der Unternehmerlandschaft eine Mischung aus Sorgen und Frustration vorzuherrschen. Während sich die Bundesregierung zuletzt bemüht, steuerliche Entlastungen und vereinfachte Regularien in Aussicht zu stellen, fehlt es nach Meinung vieler Wirtschaftstreibender jedoch weiterhin an konsequenter Umsetzung.

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