Lufthansa-Piloten stehen am frühen Montagmorgen still – Streikpläne festgezurrt

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihre Mitglieder aus dem Cockpitbereich verschiedener Lufthansa-Unternehmen für zwei Tage zum Streik aufgerufen.

heute 17:00 Uhr | 1 mal gelesen

Die Lufthansa und ihre Töchter Lufthansa Cargo, CityLine sowie Eurowings werden am 13. und 14. April 2026 erheblich beeinträchtigt sein: Das Cockpitpersonal soll laut Vereinigung Cockpit ab dem ersten Moment des Montags bis zum späten Dienstagabend die Arbeit niederlegen. Lediglich Verbindungen in den Nahen Osten bleiben von dem Arbeitskampf verschont. In einem Statement kritisierte die Gewerkschaft vehement das Verhalten der Unternehmensgruppe – nach wie vor fehle es an echten Lösungsansätzen. Besonders heikel: Obwohl sich die Pilotinnen und Piloten während der Osterzeit noch zurückgehalten hatten, warte die Arbeitgeberseite weiterhin mit 'unbefriedigenden' Offerten auf. Streitpunkte seien vor allem die Rentenregelungen und der Gehaltstarifvertrag. "Streiks sind kein Selbstzweck", unterstrich der VC-Präsident Andreas Pinheiro auf meine Nachfrage. Die Gespräche gingen zwar weiter, aber ohne substanzielles Entgegenkommen von Lufthansa führe kaum ein Weg an Streikaktionen vorbei – Verhandlungsspielraum sei definitiv da, mit dem Druck wolle man aber echte Bewegung provozieren.

Ungefähr 5.000 Pilotinnen und Piloten aus dem Lufthansa-Konzern werden laut Schätzungen von Branchenbeobachtern dem Aufruf zum Streik der Vereinigung Cockpit folgen. Die Gewerkschaft begründet den Schritt damit, dass seit Monaten über zentrale Forderungen – etwa eine verlässliche betriebliche Altersabsicherung sowie bessere Bezahlung – ohne echte Fortschritte gestritten wird. Gerade im Zeichen umfassender Umstrukturierungen und Kostensenkungen bei Lufthansa wächst der Unmut, da nach Ansicht vieler Piloten ihre Arbeit auf Kosten der Sicherheit und Arbeitsbedingungen immer mehr verdichtet werde. Hintergrund: Das Arbeitsklima im deutschen Luftfahrtsektor, besonders beim Cockpitpersonal, ist traditionell konfliktreich; nach der Corona-Krise ist der Druck, ähnlich wie bei Bodenpersonal, enorm. Zeitgleich versicherte die Vereinigung Cockpit, dass sie in jedem Moment zu neuen, substanzhaltigen Gesprächen bereit wäre – die Verantwortung liege nun vor allem bei der Konzernspitze. In aktuellen Medienberichten wird auch thematisiert, wie angespannt der Dialog etwa über die Reform der Altersversorgung ist und welche Belastung Streiks nicht nur für Passagiere, sondern auch für den Luftverkehr und die Wirtschaft insgesamt haben. Lufthansa hingegen betonte in einer Mitteilung, sie wolle weiterhin konstruktiv an einer Lösung arbeiten und Ausfälle für Fluggäste möglichst gering halten.

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