ZF-Vorstand Miedreich plädiert für neue Debatte um Atomkraft in Deutschland

Mathias Miedreich, Chef von ZF, regt eine Rückkehr zur Kernenergie an. Er sieht darin ein Mittel gegen hohe Energiekosten und eine Chance, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stabilisieren. Dabei wirbt er ausdrücklich für eine nüchternere, weniger ideologisch geführte Diskussion.

heute 12:12 Uhr | 4 mal gelesen

Wenn man mal ehrlich ist: Was wir bislang als 'Atomenergie' im Kopf haben, diese wuchtigen Atomkraftwerke aus den 60ern und 70ern – das ist nicht mehr das, worüber wir heute sprechen sollten. Miedreich verweist gezielt auf so genannte Small Modular Reactors (SMR) – kleine, flexible Reaktoren, die in anderen Ländern, etwa in den USA, schon in der Industrie eingesetzt werden. Dort liefern sie lokal und vergleichsweise unkompliziert CO2-freie Energie, etwa in Chemieparks – keine riesigen Betonklötze, sondern eher wie ein Kastenwagen zum Strommachen. Aus seiner Sicht ist es dringend nötig, die Nukleartechnik unvoreingenommen neu zu begutachten. Global gesehen gibt es etliche Staaten, die so schon sehr erfolgreich fahren. Miedreich warnte davor, die Energiewende und die nötigen Reformen mit starren Prinzipien zu blockieren. Die steigenden Energiekosten sieht er – klar – als entscheidendes Risiko für die deutsche Industrie. Zur Lösung schlägt er neben Technikoffenheit bei KI, Digitalisierung und Robotik auch eine stärkere Förderung durch die Politik vor. Ganz ohne Schaum vorm Mund – aber mit wachsendem Handlungsdruck.

Der Aufruf des ZF-Chefs Mathias Miedreich nach einer Rückkehr zur Kernenergie ist ein deutliches Signal aus der Wirtschaft, die mit den derzeitigen Energiekosten kämpft. Während in Deutschland die Debatte zur Atomkraft vom Atomausstieg 2023 geprägt war, drängen immer mehr Industrievertreter und einige politische Stimmen auf eine pragmatische Neubewertung angesichts technologischer Innovationen wie Small Modular Reactors. Interessanterweise greifen auch andere europäische Länder wie Frankreich verstärkt auf Kernkraft zurück; aktuelle internationale und nationale Medienberichte zeigen, dass sich die Diskussion um die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland neu entfacht, wobei wirtschaftliche Sorgen und der Wunsch nach CO2-neutraler Produktion die Debatte treiben.

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