Bundesweite Streiks im Nahverkehr: Verdi ruft erneut Bus- und Bahnfahrer zum Arbeitskampf

Verdi macht ernst: Am kommenden Freitag und Samstag bleiben vielerorts Busse und Bahnen stehen. Die Gewerkschaft fordert die Beschäftigten im ÖPNV bundesweit zu Arbeitsniederlegungen auf und rechnet mit massiven Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr.

heute 10:27 Uhr | 3 mal gelesen

Was passiert, wenn am Morgen plötzlich keine Bahn kommt, kein Bus abfährt? Genau das könnte am Freitag und teils auch am Samstag vielen Fahrgästen blühen. Verdi hat einen Streik im öffentlichen Nahverkehr angekündigt, der rund 150 Betriebe in praktisch allen Bundesländern lahmzulegen droht – da reden wir von etwa 100.000 Menschen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen stark machen. Hauptsächlich geht es ihnen um mehr Schonung bei der Arbeitszeit und spürbare Zuschläge für jene, die nachts oder am Wochenende schuften. In manchen Regionen steht auch das Thema Lohnerhöhung im Raum. Was mich überrascht: Die Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden schleifen dahin, offenbar trotz bereits mehrerer Runden. Christine Behle von Verdi beklagt unverändert hohe Belastungen – gerade in den Fahrdiensten –, und die Personalknappheit ist sowieso ein Dauerbrenner. Die Streikauswirkungen? Man erwartet ein ähnliches Bild wie schon am 2. Februar: Damals ging in etlichen Städten wirklich nichts mehr auf Schienen oder Rädern.

Der bundesweite Nahverkehrsstreik, den Verdi für Freitag und Samstag angekündigt hat, trifft ein ohnehin angespanntes System: Viele Fahrer klagen über Überstunden, Schichtbelastungen und zu wenig Personal – Probleme, die sich gerade angesichts des wachsenden Bedarfs an klimafreundlicher Mobilität zuspitzen. Laut neuesten Recherchen ist kaum greifbare Bewegung in den Tarifverhandlungen, daher wächst auch politisch der Druck auf beide Seiten. Interessant ist noch, dass sich Fahrgastverbände teilweise hinter die Streikenden stellen: Sie argumentieren, nur bessere Bedingungen könnten auf Dauer einen leistungsfähigen Nahverkehr sichern, was allerdings kurzfristig viele Pendler vor große Herausforderungen stellen dürfte – besonders in ohnehin überlasteten Städten. Darüber hinaus berichten mehrere Medien, dass in manchen Bundesländern Notfahrpläne vorbereitet werden und einzelne Unternehmen nach Wegen suchen, Schülerverkehre zumindest teilweise zu gewährleisten. Nach aktuellem Stand bleibt abzuwarten, ob es vor Freitag zu einer Einigung kommt oder sich das Verkehrschaos wiederholt.

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