Kontroverse um Kampfdrohnen-Deal der Bundeswehr: Unternehmer kritisiert Kritik an Thiel-Beteiligung

Der Mitgründer von Stark Defence, Florian Seibel, meldet sich zu Wort und wirft den Gegnern der geplanten Drohnen-Beschaffung für die Bundeswehr Heuchelei vor – mit Blick auf die Rolle von US-Investor Peter Thiel.

heute 17:08 Uhr | 3 mal gelesen

Florian Seibel, einer der Köpfe hinter dem Drohnenhersteller Stark Defence, bringt frischen Wind in die derzeit hitzige Debatte über die geplante Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr. Er findet: Die Kritik rund um den US-Investor Peter Thiel sei inkonsequent. "Peter Thiel ist einer der Besten, wenn’s um Technologieinvestitionen geht", erklärte Seibel gegenüber der 'FAZ'. Klarzustellen sei: Thiel hält weniger als zehn Prozent der Anteile an Stark. Die Firma gründete Seibel gemeinsam mit zwei anderen vor nicht einmal einem Jahr, weil sein erstes Unternehmen, Quantum Systems, keine Angriffswaffen ins Portfolio aufnehmen durfte – die stellen lediglich Aufklärungsdrohnen her, wie sie übrigens auch von der Bundeswehr getestet werden. Und auch bei Quantum spielt Thiel nur eine Nebenrolle, mit einem Anteil von unter fünf Prozent – von Mitbestimmung oder Durchgriffsrechten keine Spur, betont Seibel energisch. Was ihn besonders ärgert: Als in Europa kein Geldgeber zu finden war, sprang Thiel mit seinem Fonds ein – was für Seibel alles andere als selbstverständlich war. In seinen Worten: "Mich stört diese Doppelmoral enorm." Von der Grünen-Fraktion im Bundestag wird indes moniert, dass ausgerechnet einem Unternehmen mit US-Investor eine derart sensible Rüstungslieferung anvertraut werden soll. Doch ob die Debatte damit nun zu Ende ist, bleibt offen.

Im Kern entfacht die Diskussion um die Bewaffnung der Bundeswehr mit Drohnen, bei deren Anbieter Peter Thiel mit wenig Anteilen beteiligt ist, alte Fragen über die Rolle ausländischer Investoren in sicherheitsrelevanten Sektoren. Seibel argumentiert, dass Thiel entscheidende Unterstützung leistete, als deutsche und europäische Investoren gezögert haben – und empfindet die Kritik daran als wenig konsequent. Die Grüne fordern dennoch strengere Prüfungen und pochen auf mehr Transparenz, da gerade im Verteidigungsbereich Unabhängigkeit und Kontrolle über Technologie zentrale Themen bleiben. Laut jüngsten Medienberichten wird die Debatte auch von Experten begleitet, die auf die notwendige Modernisierung der Bundeswehr und sinnvolle Beschaffungsprozesse hinweisen, während gleichzeitig der öffentliche Diskurs um Transparenz, Technikexporte und Ethik bei bewaffneten Drohnen weiter Fahrt aufnimmt.

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