EU-Kommission nimmt Shein ins Visier – Lob und Nachdruck vom HDE

Alexander von Preen, Chef des Handelsverbands Deutschland (HDE), hat das EU-Verfahren gegen die Online-Plattform Shein als klares Signal gewertet. Er fordert von der Kommission unter Ursula von der Leyen entschlossene Maßnahmen – im Zweifelsfall dürfe selbst die Abschaltung einer Plattform kein Tabu sein.

heute 13:08 Uhr | 4 mal gelesen

„Was wir in den letzten Jahren gesehen haben, ist ziemlich niederschmetternd: Politik und Behörden handeln oft nur halbherzig, wenn es um Verstöße von Online-Giganten wie Shein geht“, meint von Preen. Das führe dazu, dass viele Einzelhändler und Hersteller hierzulande das Gefühl bekommen, dass Rechtsstaatlichkeit nur auf dem Papier existiert. „Wir brauchen jetzt wirklich sichtbare Maßnahmen. Jeder, der seine Waren in Europa verkauft, muss sich an unsere Umweltstandards, Verbraucherschutzvorschriften und Steuergesetze halten, ohne Ausreden.“ Der HDE-Präsident spart nicht mit Kritik: Fernöstliche Plattformen, sagt er, hätten über Jahre die EU-Regeln schlicht ignoriert, während hiesige Unternehmen streng überprüft würden. Dieser Wettbewerbsnachteil sei nicht mehr hinnehmbar. Seine Forderung an die EU-Kommission: Verstöße dürfen nicht länger folgenlos bleiben. „Jetzt zählen Taten, nicht Ankündigungen“, sagt von Preen – und denkt notfalls auch an die ultimative Konsequenz: eine Plattformabschaltung.

Der Handelsverband Deutschland begrüßt das laufende EU-Verfahren gegen die chinesische Online-Plattform Shein ausdrücklich, wie HDE-Chef Alexander von Preen betont. Hintergrund sind zahlreiche Verstöße gegen europäische Regeln zum Verbraucherschutz, zu Steuern und zur Umwelt, die vielen etablierten Händlern und Produzenten in Deutschland Schon länger ein Dorn im Auge sind. Erste Recherchen zeigen, dass die EU-Kommission Shein und Temu nun nach dem Digital Services Act überprüft und schärfere Auflagen anstrebt – im Fokus stehen unter anderem Intransparenz bei Produktinformationen und potenziell unsichere oder verbotene Produkte. Nicht nur Wettbewerbsverzerrung, sondern auch mangelnde Kontrolle über umstrittene Geschäftsmodelle und ein fehlender Schutz für Verbraucher machen die Plattformen zum Politikum. Inzwischen hat Shein eine Prüfung nach den verschärften EU-Richtlinien angekündigt und will mit der Kommission kooperieren, doch der Druck bleibt hoch. Mit der verstärkten Prüfung könnten mittelfristig sogar drastische Maßnahmen wie eine Sperre der Plattform nicht ausgeschlossen werden. Zuletzt hat die britische Wettbewerbsbehörde Untersuchungen bezüglich irreführender Umweltversprechen bei Shein eingeleitet; ähnliche Entwicklungen sind in anderen europäischen Ländern zu beobachten. Laut neuesten Medienberichten aus den letzten zwei Tagen rückt zudem die Rolle des Onlinehandels für Nachhaltigkeit und Steuergerechtigkeit verstärkt ins Zentrum der Kontroverse, wobei nationale und EU-Behörden auch andere Plattformen in die Pflicht nehmen.

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