Tarifeinigung im öffentlichen Dienst der Länder: Verdi erzielt Abschluss

Nach langen Gesprächen haben sich Verdi und die Länder auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Beschäftigten dürfen sich auf Gehaltserhöhungen freuen – und für Ostdeutschland gibt’s zusätzliche Angleichungen.

heute 09:35 Uhr | 2 mal gelesen

Es hat sich ein hartes Ringen zwischen Verdi und den Arbeitgebern abgespielt, wie so oft in dieser Branche. Doch nun steht fest: In den nächsten 27 Monaten steigen die Löhne der Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder in mehreren Stufen – insgesamt um 5,8 Prozent. Nachwuchskräfte erhalten 150 Euro mehr im Monat, was besonders für Berufseinsteiger einen spürbaren Unterschied machen dürfte. Spannend ist vor allem, dass in den ostdeutschen Bundesländern eine weitere Annäherung an die West-Standards erfolgt – unter anderem beim Kündigungsschutz und bei der Arbeitszeit an den Unikliniken Rostock, Greifswald und Jena. Das ist schon lange überfällig und zeigt: Tarifpolitik ist eben auch eine Frage der gesellschaftlichen Entwicklung. Laut Verdi-Chef Frank Werneke orientiert sich das Ergebnis an dem, was im Bund und bei den Kommunen letztes Jahr erreicht wurde – Stichwort Gleichbehandlung. Der Abschluss betrifft etwa 925.000 Beschäftigte (außer in Hessen, dort gibt's Sonderwege). Ab April 2026 kommt die erste Gehaltserhöhung mit 2,8 Prozent, im März 2027 gibt’s 2,0 Prozent und im Januar 2028 noch mal 1,0 Prozent obendrauf. Besonders für Schichtarbeiterinnen und –arbeiter werden auch die Zulagen aufgepeppt. Für die studentischen Hilfskräfte steigen die Mindestlöhne ab Sommer 2026 zunächst auf 15,20 Euro, dann auf 15,90 Euro – allerdings bleibt ein einheitlicher Tarifvertrag für sie vorerst Wunschdenken. Oben drauf gibt’s für viele Hamburger Beschäftigte die berüchtigte "Hamburg-Zulage" von bis zu 115 Euro mehr.

Das Ergebnis der Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes der Länder bringt für Hunderttausende Beschäftigte ab 2026 schrittweise Lohnerhöhungen und vor allem für Ostdeutschland weitere Angleichungen bei Arbeitsbedingungen. Besonders hervorgehoben wird das Entgegenkommen bei den Zulagen für Schichtdienste – ein Bereich, der wiederholt für Unmut sorgte, weil Belastungen oftmals nicht angemessen vergütet wurden. Laut aktuellen Berichten, darunter auch die der Zeit Online und der Tagesschau, wurden die Verhandlungen von Streikdrohungen begleitet, was offenbar den Druck, zügig zu einer Einigung zu kommen, erhöht hat. Darüber hinaus kritisieren einige Studierendenvertretungen, dass trotz steigender Mindestlöhne ein eigener Tarifvertrag für studentische Beschäftigte weiter fehlt – ein Thema, das künftig auf der Agenda bleiben dürfte. Die Gehaltsanpassungen orientieren sich größtenteils am Abschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen, was als Zeichen der Solidarität und Gleichbehandlung gewertet wird. Neueren Meldungen zufolge gibt es in Hessen weiterhin abweichende Verhandlungen, während Hamburg einen Sonderstatus bei Zulagen erhält.

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