Benzin wird teurer, Diesel leicht günstiger: ADAC sieht weiteres Potenzial

Autofahrer mit Benzin-Antrieb müssen sich auf höhere Preise einstellen, während Dieselfahrer derzeit minimal entlastet werden – zumindest, wenn man die neuesten Zahlen des ADAC zugrunde legt.

heute 12:01 Uhr | 4 mal gelesen

Wer aktuell an der Zapfsäule steht, dürfte es schon geahnt haben: Für einen Liter Super E10 werden im bundesweiten Mittel jetzt 1,754 Euro fällig. Das klingt nach Kleinvieh, aber gegenüber der letztwöchigen Preisrunde sind das eben doch 0,6 Cent mehr. Diesel hingegen – etwas überraschend – gibt's aktuell für durchschnittlich 1,716 Euro pro Liter. Ein Mini-Rabatt von 0,5 Cent. Der ADAC weist darauf hin: Der Rohölpreis für Brent ist im gleichen Zeitraum um zwei Dollar gestiegen und liegt bei circa 69 Dollar pro Fass. Das wäre eigentlich schlechtes Omen, doch der Euro konnte im Vergleich zum Dollar wieder an Kraft gewinnen; ein Euro bringt nun rund 1,19 Dollar, was die gestiegenen Ölpreise zumindest ein wenig kompensiert. Interessant ist auch: Der Preisabstand zwischen Benzin und Diesel wächst (wenn auch langsam). Fair ist das aber aus Sicht des ADAC immer noch nicht, denn beim Diesel zahlen Tankende pro Liter über 20 Cent weniger Energiesteuer – zu spüren ist das aber an der Zapfpistole kaum, denn aktuell liegt die Diesel-Ersparnis bei unter vier Cent pro Liter. Laut ADAC steckt da noch einiges drin – zumindest was das Senkungspotenzial angeht. Ob sich das wirklich mittelfristig im Portemonnaie bemerkbar macht? Das bleibt abzuwarten. Man ist ja in Sachen Spritpreis fast schon leidensfähig.

Im Kern ergibt sich das Bild: Benzin verteuert sich weiter, Diesel bewegt sich leicht nach unten – doch beide Kraftstoffsorten sind von echter Entlastung weit entfernt. Der Preisunterschied zwischen Benzin und Diesel liegt kaum über drei Cent, während die unterschiedliche Besteuerung eigentlich ein größeres Delta nahelegen würde. Sinkende Preise beim Öl werden durch Wechselkurse abgefedert, aber große Bewegung ist erst einmal nicht zu erwarten. Laut der 'Süddeutschen Zeitung' bleibt die politische Debatte um Mehrwertsteuerabsenkungen und Förderungen weiterhin brisant, auch weil die CO₂-Abgaben für fossile Kraftstoffe ab 2024 nochmals steigen sollen und die Zukunft der Pendlerpauschale in Deutschland ungeklärt ist. Die 'FAZ' berichtet, dass Preisausschläge mittlerweile stark durch geopolitische Unsicherheiten, etwa das nahende Ölembargo und die angespannten OPEC-Verhandlungen, beeinflusst werden. Eine Analyse bei 'taz' beschäftigt sich mit globalen Verwerfungen am Ölmarkt und betont, dass lokale Steuern und Abgaben weit weniger Einfluss auf die Zapfsäulenpreise haben, als viele Verbraucher annehmen. Unterm Strich bleibt: Die Hoffnung auf dauerhaft fallende Spritpreise ist aktuell kaum begründet. Das Auf und Ab wird wohl bleiben.

Schlagwort aus diesem Artikel