Jeder spricht vom Abschwung im Getränkemarkt, doch Paulaner scheint sich dieser Stimmung mit einer erstaunlichen Gelassenheit zu widersetzen. 2025 hat die Brauerei – fest eingebettet in die Schörghuber Gruppe und seit 25 Jahren mit Heineken verbandelt – ihren Getränkeausschank um fast 14 Prozent gesteigert. Besonders auffällig: Paulaner boomt nicht nur beim Trendbier 'Hell' (mit sattem Zuwachs), oder dem allseits beliebten Weißbier, sondern auch bei kohlensäurehaltigen Softdrinks, die inzwischen ein Drittel ihres Absatzes ausmachen. Dies alles trotz rückläufiger Branchentrends und einem deutschen Biermarkt, der jährlich weiter verliert.
Was steckt dahinter? Nach einem tiefgreifenden Wandel im Unternehmen – man hat an den Strukturen gefeilt, Werte wie Innovation und Nachhaltigkeit nicht bloß aufs Papier, sondern ins tägliche Handeln übertragen –, blüht die Gruppe regelrecht auf. Der Mut, Gewohntes zu hinterfragen und konsequent auf die veränderte Nachfrage zu reagieren, ist offensichtlich kein Lippenbekenntnis. Geschäftsführer Florian Schörghuber betont immer wieder: Die Zukunft ist nichts, was passiert – sie wird gestaltet. Dieser unternehmerische Pragmatismus klingt fast schon trotzig angesichts deutscher Zukunftsängste.
Interessanterweise sind es nicht nur die klassischen Biertrinker, die Paulaner neuen Schub geben. Die junge Generation steht auf Spezi und die neuen Limo-Varianten. Alkohol gibt’s zum Vergnügen, aber auch die Null-Prozent-Zahlen steigen rasant. Sogar international ist Paulaner weiter auf Erfolgskurs – Wachstum vor allem in China, Italien, Spanien. Und ein deutscher Hoffnungsschimmer: Während hierzulande der Gesamtkonsum zurückgeht, schafft Paulaner ein Absatzplus – quasi gegen den Strich gebürstet.
Hinter all dem steht freilich nicht nur eine neue Strategie, sondern auch ganz klassisches Unternehmertum: massive Investitionen in Standorte, Stiftungen für soziale Projekte, Glauben an die eigene Marke. Die Mischung stimmt. Paulaner bleibt so auch im globalen Spiel relevant, mit Audi in der Formel 1 und traditionsreicher Braukunstart international. Vielleicht ist dies das wahre Erfolgsrezept: Innovationsfreude trifft auf Traditionsbewusstsein. Wer hätte gedacht, dass Bier so zukunftsträchtig sein kann?
Paulaner, Teil der Schörghuber Gruppe, hat es geschafft, in einem schrumpfenden Marktsegment deutlich zu wachsen – ein seltener Lichtblick in der deutschen Getränkebranche. Mit einer klaren, auf Innovation und Nachhaltigkeit basierenden Neuausrichtung gelingt es dem Unternehmen, sowohl beim traditionellen Bier (vor allem Hell und Weißbier) als auch in neuen Segmenten wie Softdrinks mehr Absatz zu erzielen. Die Gruppe investiert weiterhin massiv in Standorte und soziale Projekte, profitiert von einer starken internationalen Ausrichtung (mit Fokus auf Exportmärkte wie China und Italien) und setzt auf die Verbindung aus Tradition und Experimentierfreude als tragende Säulen des Erfolgs.
— Ergänzung durch aktuelle Internetrecherche (Stand: Juni 2024):
Die Getränkebranche in Deutschland steht aktuell branchenübergreifend unter Druck: Inflation, Konsumzurückhaltung und steigende Kosten machen vielen Unternehmen zu schaffen. Dennoch berichten mehrere Medien, dass Premium- und Exportmarken weiterhin vergleichsweise gut performen; insbesondere holen alkoholfreie Produkte und innovative Getränkesorten in der Gunst der Konsumenten auf. Dazu meldet das Branchenportal Getränke-News in der laufenden Woche, dass sich neue Kooperationen zwischen traditionellen Brauereien und internationalen Partnern, wie bei Paulaner, als vielversprechend bewähren – der Mix aus Herkunftsstolz und Globalisierung scheint, zumindest bei einigen, die Kurve zu kriegen.