Im Ringen um mehr Klimaschutz will Schneider offenbar die Unterstützung für diejenigen verstärken, die beim Gebäudesanieren selbst anpacken (lassen). Wer im Jahr höchstens 30.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hat, könnte demnächst statt 30 ganze 40 Prozent Zuschuss bekommen, wenn alte Heizungen gegen umweltfreundlichere eingetauscht werden. Auffällig: Auch modernere Fenster oder bessere Dämmung werden stärker gefördert – Haushalte mit bis zu 40.000 Euro Einkommen sollen immerhin 30 Prozent der Kosten als Zuschuss zurückkriegen, bei besonders miserabler Dämmung kommt sogar noch was drauf.
Interessant ist Schneiders Blick auf das Handwerk: Mehr gut ausgebildete Fachkräfte, die sich der Wärmewende verschreiben, wären dringend nötig. Deshalb ist im Gespräch, das Bafög besser für angehende Handwerker nutzbar zu machen und Wärmewende-Ausbildungen direkt staatlich zu fördern. Ganz nebenbei: Auch in der Landwirtschaft will Schneider ans Klima ran. Ein Beispiel: Ein Methan-Messprogramm für Kühe – so wie es in Neuseeland läuft. Außerdem denkt er laut über die Zucht milderer Kühe nach, also Tiere, die weniger Methan produzieren. Und – ein Hinweis am Rande – vielleicht kommt auch die Mehrwertsteuersenkung für vegane Produkte wieder auf den Tisch. Ein Vorstoß, der in Deutschland bisher regelmäßig für Debatten sorgt, sobald er aufploppt.
Das Klimaschutzprogramm 2026, das derzeit in Berlin entworfen wird, stellt die Förderung von einkommensschwächeren Haushalten beim Heizungstausch und bei baulichen Modernisierungen in den Mittelpunkt. Diese Maßnahmen sind notwendig, weil laut aktuellen Studien Gebäude für etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich sind. Zugleich steckt der Fachkräftemangel im Handwerk – gerade für energetische Sanierungen – vielen Verantwortlichen im Nacken, weshalb gezielte Ausbildungsförderung besonders dringlich erscheint. Durch die geplante Methanreduktion in der Landwirtschaft – etwa durch technologische Innovationen bei Milchvieh – und die mögliche Mehrwertsteuersenkung auf pflanzliche Produkte, sollen zudem weitere Sektoren klimafreundlicher werden. Aktuelle Diskussionen belegen jedoch, dass das Vorhaben innerhalb der Ampelkoalition auch Widerstand erfährt: Die Finanzierung, die soziale Ausgewogenheit der Maßnahmen und die kurzfristige Umsetzbarkeit werden breit debattiert; die FDP äußert sich etwa besonders kritisch zu pauschalen Subventionen und steuerlichen Eingriffen, während Umweltschützer auf raschere und umfassendere Schritte drängen.