Ganz ehrlich: Wer mit offenen Augen durch die Welt der mittelständischen Betriebe wandelt, ahnt längst, dass das Thema KI kein bloßes Zukunftsszenario mehr ist. Beim Cloud Unternehmertag am 5. Februar 2026 war der Andrang jedenfalls groß – hunderte Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Deutschland kamen nach Bonn, voller Neugier und womöglich auch etwas Skepsis. Dr. Jörg Haas, dem CEO der Scopevisio AG, ist die Begeisterung für KI anzumerken; trotzdem bleibt er realistisch: Noch nie zog eine technische Neuerung so schnell in die Unternehmen ein, aber die Angst, menschliche Arbeit könnte obsolet werden, ist unbegründet – zumindest, wenn man Dr. Haas glaubt.
Das eigentliche Spannende: Scopevisio setzt konsequent auf den Trend und bezeichnet sich inzwischen selbst als "KI-first-Unternehmen". Seit März des Vorjahres werden praktisch alle Abteilungen mit KI-Tools durchleuchtet und aufgerüstet – eine radikale Metamorphose, die bis 2026 vollendet sein soll. Doch das Ziel ist keineswegs, Menschen zu verdrängen – im Gegenteil: KI soll Stütze und Werkzeug sein, mit dem der Mensch noch stärker in den Vordergrund rückt. Intern klingt das fast wie ein Widerspruch, aber vielleicht ist das ja der Trick: Technik, die beflügelt, statt zu ersetzen.
Auch bei der hauseigenen Cloud-ERP-Software zeigt sich der Wandel: Scopevisio will das System mit Technologien wie "Retrieval Augmented Generation" und intelligenten Software-Agenten ausstatten, sodass die Software mit jedem Tag ein bisschen klüger wird. ERP bekommt quasi ein Gedächtnis, so Dr. Haas' Vision – das System merkt sich, wie das jeweilige Unternehmen tickt, und kann dadurch immer besser unterstützen. Klingt utopisch? Vielleicht. Aber erste Prototypen existieren bereits, und – wie ich in lockeren Gesprächen am Rande aufschnappte – ist der Bedarf in vielen Branchen riesig. Voraussetzung: Ein möglichst vollständiges Datenfundament.
Der Unternehmertag war aber mehr als nur Vorführung von Hightech. Dr. Sebastian Klapdor von Hg Capital erinnerte daran, wie viel schneller sich KI verbreitet als das Internet damals (angeblich vierzigmal!). Und erst mit Kurswechseln hin zu praktischen Anwendungen – etwa in Hotellerie oder Gesundheit – beginnt sich der Visionärentrend tatsächlich auszuzahlen. Schritt für Schritt, mit Workshops, Kundenbeispielen, auch mal halbgaren Ideen, aber stets mit dem Blick aufs Anwendbare.
Nachmittags verwandelte sich die Ausstellungshalle in eine belebte Tauschbörse für Erfahrungen und Kontakte. An Branchenständen, viele davon mit echten Praxisbeispielen, zeigten die Scopevisio-Teams, wie Automatisierung konkret aussieht – von der Finanzbuchhaltung bis zur Warenwirtschaft. Klar: Nicht alle Fragen wurden zufriedenstellend beantwortet. Aber gerade im gegenseitigen Austausch lag für viele Besuchende der größte Mehrwert. Kaum zu glauben, dass vor wenigen Jahren Digitalisierungsevents dieser Größenordnung noch absolute Ausnahme waren. Wer diesmal leer ausging, kann am 11. Februar 2027 wieder dabei sein.
Der 13. Cloud Unternehmertag in Bonn rückte künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt des Mittelstandsinteresses. Geschäftsführende wie Dr. Jörg Haas erklärten, warum Scopevisio zu einem 'KI-first-Unternehmen' wird, jedoch ganz bewusst auf menschliche Kompetenz setzt und KI als Werkzeug zur Stärkung der Mitarbeitenden versteht. Während das neue ERP-System mit modernen Technologien wie RAG intelligenter werden soll, wurden auf Branchenständen greifbare Anwendungsbeispiele aus Hotellerie, Gesundheitswesen und Beratung gezeigt. Interessant ist, dass laut aktuellen Medien (siehe DW und Süddeutsche) die Diskussion um KI-Ethik und Datenschutz weiter Fahrt aufnimmt, begleitet von politischen Initiativen zur Regulierung. Außerdem machen viele Unternehmen gerade die Erfahrung, dass der Wunsch nach Digitalisierung nicht selten mit internen Widerständen und klassischen „Change-Pains“ kollidiert. In den letzten 48 Stunden wurde zudem viel berichtet über wachsende Investitionen in europäische KI-Forschung und neue Fördermittel speziell für KMUs, um Innovation voranzutreiben.