Industrielle Verpackungen: Der unterschätzte Schatz in der Supply Chain

Hamburg – Viele Unternehmen sparen überall, nur die Verpackung wird stiefmütterlich behandelt – dabei hagelt es hier ungenutzte Einspar-Potenziale.

heute 15:49 Uhr | 2 mal gelesen

Autor: Boris Maschmann, Geschäftsführer Smurfit Westrock DACH Obwohl Industrieverpackungen täglich milliardenfach eingesetzt werden, erscheinen sie selten auf dem Radar strategischer Entscheider. Klar, Automatisierung, Einkauf, selbst die Digitalisierung bekommen breite Aufmerksamkeit – aber Verpackungen? Die werden oft als Pflicht abgehakt und bestenfalls im Einkauf verhandelt. Doch über den reinen Preis hinaus beeinflussen sie viel fundamentalere Dinge: Wie viele LKW rollen über unsere Straßen, wie sauber klappt die Logistik, wie hoch steigen CO₂-Werte – und, nicht zu vergessen, wie reibungsarm laufen interne Prozesse? Eigentlich erstaunlich, dass man diese Schaltstelle in der Praxis so selten anfasst. Es geht eben nicht nur um Stückpreise, sondern vielmehr um das große Ganze: Die Total Cost of Ownership. Dahinter verbirgt sich das komplette Bündel von Kosten, das mit Verpackung zusammenhängt – inklusive Transport, Zwischenlagerungen, möglicher Schäden, zeitraubender Handlings und Umweltaspekten. Wer auf Ausschreibungen setzt, ohne den Gesamtkontext zu betrachten, verschenkt beste Chancen, die Lieferkette effizienter zu machen. Wir bei Smurfit Westrock integrieren Verpackung schon im Planungsstadium der Supply Chain – und das datenbasiert. Wir simulieren komplette Ketten, analysieren Kosten-Auslöser und CO₂-Killer im Detail. Die Erfahrungen aus der Kontrolle von zehntausenden Lieferketten sprechen Bände: Echtes Sparpotenzial taucht oft an überraschenden Stellen auf, fernab von Preislisten – eher dort, wo Technik, Business und Logistik zusammenspielen. Wie das praktisch aussieht? Zwei Fallstudien: Für einen Solarmodulhersteller wurde die Verpackung so konzipiert, dass im bestehenden Palettenmaßstab endlich volle LKW ausgelastet werden konnten. Ergebnis: Jährlich 346 LKW-Fahrten weniger auf einer bestimmten Strecke, was satte 62 Tonnen CO₂ pro Jahr spart. Fall Nummer zwei aus dem Automotive-Bereich: Durch clevere Standardisierung passten plötzlich 230 verschiedene Bremsscheiben in nur fünf Verpackungsarten. Das reduzierte Frachtemissionen um elf Prozent und brachte richtig Schub bei den Logistikkosten. Was beide Beispiele zeigen: Industrieverpackung ist ein Wertschöpfungsfaktor, wenn man nicht im alten Trott bleibt. Man spart Material, senkt Transporte, entlastet Prozesse und reduziert Emissionen – und das oft ohne tiefgreifende Eingriffe. Wer also glaubt, in puncto Effizienz schon am Limit zu sein, sollte mal einen systematischen Blick auf die Verpackung riskieren. Angesichts von Auszeichnungen wie dem WorldStar Award und dem Deutschen Verpackungspreis wird klar: Wer hier ansetzt, macht die gesamte Lieferkette robuster und schlanker. Und vielleicht auch ein bisschen widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Störungen.

Industrielle Verpackungen spielen weit mehr als eine Nebenrolle im Unternehmensalltag: Sie steuern die Effizienz von Prozessen und beeinflussen unmittelbar Kosten, Emissionen und Stabilität in der Lieferkette. Moderne, datenbasierte Ansätze helfen, versteckte Potenziale zu heben und nachweislich Emissionen wie auch Frachtkosten zu senken – wie etwa im Solarmodul- und Automotive-Bereich demonstriert. Experten wie Boris Maschmann zeigen, dass Verpackungsoptimierung nicht nur den ökologischen, sondern auch den wirtschaftlichen Fußabdruck ganzer Wertschöpfungsketten spürbar verbessert – laut aktuellen Berichten sind konkrete Effizienzsteigerungen, Emissionssenkungen und sogar Auszeichnungen messbare Resultate solcher Konzepte. Neueste Branchenmeldungen, etwa von der Deutschen Welle, informieren zudem über die Anstrengungen der Industrie, nachhaltige Verpackungen als strategische Antwort auf politische Vorgaben und steigende Logistikkosten zu implementieren (

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