Linde: Geplanter Stellenabbau trifft deutsche Anlagenbau-Standorte

Beim Industriegase-Konzern Linde stehen offenbar Hunderte Jobs auf der Kippe – besonders betroffen sind die Werke in Höllriegelskreuth und Dresden.

heute 13:45 Uhr | 3 mal gelesen

Wer in Höllriegelskreuth oder Dresden bei Linde arbeitet, spürt derzeit den sprichwörtlichen Wind der Veränderung. Medienberichten zufolge – unter anderem berichtete die Süddeutsche Zeitung darüber – plant der Konzern in seiner Anlagenbausparte, etwa 400 Arbeitsplätze zu streichen. Das klingt nach einem rauen Schnitt: Fast ein Viertel aller dortigen Jobs könnten betroffen sein. Noch laufen Gespräche zwischen Management, Betriebsrat und Beschäftigten, deren Ausgang derzeit offen ist. Die Konkurrenz am Weltmarkt sei intensiver denn je, heißt es aus Unternehmenskreisen – so jedenfalls wird es kommuniziert. Wer seine Zukunft nicht in der Anlagenbau-Sparte von Linde sieht, hat die Qual der Wahl zwischen Aufhebungsvertrag, einer Transfergesellschaft oder, falls möglich, Altersteilzeit. Die Fristen für diese Optionen sind denkbar knapp gesetzt. Danach drohen betriebsbedingte Kündigungen. Bemerkenswert: Obwohl Linde als Gesamtkonzern hervorragende Gewinne schreibt, steht der Anlagenbau ohnehin für einen eher kleinen Teil am globalen Geschäft – mit Hauptsitz in Höllriegelskreuth. Kurios eigentlich, wie schnell ein internationaler Wettbewerbsdruck auch so massiv spürbar wird.

Linde plant, bis zu 400 Arbeitsplätze in seinen deutschen Anlagenbau-Standorten bis spätestens Mai zu streichen – das entspricht ungefähr jedem vierten Job dort. Nach Angaben aus der Unternehmensleitung zwingt der zunehmende weltweite Konkurrenzdruck zu tiefgreifenden Einschnitten; diverse Optionen stehen den Betroffenen offen, darunter Aufhebungsvertrag, Transfergesellschaft oder Altersteilzeit, jeweils mit engen Fristen und der Androhung betriebsbedingter Kündigungen bei Untätigkeit. Laut jüngsten Berichten haben sich die Marktbedingungen im internationalen Industrieanlagengeschäft deutlich verschärft, Deutschland sieht sich angesichts steigender Energiepreise und globaler Umbrüche zunehmend als Hochkostenstandort, was nicht nur Linde betrifft: Auch andere Chemie- und Anlagenbauer stehen hierzulande vor ähnlichen Herausforderungen – ein Thema, das quer durch Politik und Wirtschaft für Unmut sorgt. Die Bayerische Landespolitik meldet bereits Bedenken bezüglich wirtschaftlicher Impulse und Arbeitsplatzsicherheit an, Gewerkschaften wehren sich gegen die Maßnahmen und fordern mehr Innovationen und nachhaltige Sicherungskonzepte, anstatt auf Abbau zu setzen.

Schlagwort aus diesem Artikel