„Ich war komplett überfordert. Man denkt, man ist stark – aber wenn man plötzlich Mutter UND Patientin ist, stellt das alles auf den Kopf. Vor allem, wenn man eigentlich die Starke sein will, die für ihre Kinder da ist“, sagt Okka Gundel ehrlich. Die Erschütterung, die eine Krebsdiagnose in ein Familienleben bringt, spürt sie immer noch – und betont, wie wichtig es ist, dass genau hier geholfen wird. Mit ihrem Einsatz will sie die Rexrodt von Fircks Stiftung sichtbarer machen. Sie will zeigen, dass hinter jeder kranken Mutter meist eine Familie steht, die gleichermaßen Unterstützung braucht. Stiftungsvorsitzender Dr. Rüdiger Gaase beschreibt die Zusammenarbeit als Glücksfall: „Mit Frau Gundels Mut und Offenheit bekommt unser Thema eine Persönlichkeit. Das wird uns helfen, wahrgenommen zu werden und gesellschaftliche Sensibilität für das Thema zu schärfen.“ Seit 2006 gestaltet die Rexrodt von Fircks Stiftung Programme, die nicht nur den betroffenen Müttern, sondern auch ihren Kindern und Familien Hilfe und Schutz geben – mit umfassenden Reha- und Kurmaßnahmen. Jährlich nehmen mehrere hundert Frauen und weit über tausend Kinder an diesen Angeboten teil, um Kraft für die nächste Etappe ihres Lebens zu sammeln. Mehr dazu erfährt man unter www.rvfs.de.
Die Rexrodt von Fircks Stiftung, seit knapp zwei Jahrzehnten eine Anlaufstelle für Familien mit krebskranken Müttern, hat mit Okka Gundel eine engagierte neue Partnerin gewonnen. Ihr offener Umgang mit ihrer eigenen Erkrankung ist für viele Betroffene ein Hoffnungssignal; zugleich kann ihr öffentliches Auftreten das Thema Krebs, besonders in Bezug auf die Belastungen für Familien, breiter ins Bewusstsein rücken. Im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs spielt die Unterstützung psychisch belasteter Kinder und Familien wieder eine größere Rolle – zahlreiche Initiativen fordern umfassendere und leichter zugängliche Hilfsangebote. Große Medien berichten in den letzten Tagen ebenfalls über die wachsenden Herausforderungen rund um Familien mit schwerkranken Elternteilen; zudem wird politisch diskutiert, wie etwa Reha-Angebote für Kinder und Jugendliche finanzierbarer und flexibler gestaltet werden können. Die Bedeutung von bekannten Persönlichkeiten, die offen über ihre Erkrankungen sprechen, wird zunehmend als Katalysator für Aufklärung und gesellschaftliche Empathie gesehen.