Deutsche Industrie: Deutlicher Produktionsknick im Dezember 2025

Nach aktuellen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes hat das Produzierende Gewerbe im Dezember 2025 kräftig nachgegeben: Die bereinigte Produktion fiel im Vergleich zum Vormonat um knapp 2 Prozent. Über die drei letzten Monate hinweg zeigt sich trotzdem noch ein leichter Zuwachs.

heute 08:28 Uhr | 2 mal gelesen

Eigentlich hatte sich im November alles etwas beruhigt. Ein kleines Plus von 0,2 Prozent in der Produktion, nachdem die ersten Zahlen sogar optimistischer ausfielen – es schien, als ob sich das Produzierende Gewerbe wieder fängt. Und dann? Pünktlich zum Jahresende, im Dezember, ging es direkt wieder bergab: ein Rückgang um 1,9 Prozent gegenüber November, so die neusten Daten von Destatis. Besonders heftig traf es die Automobilindustrie: Dort brach die Produktionsleistung fast um neun Prozent ein. Als ob das nicht reicht, auch Maschinenbau und die Sparte Wartung/Montage von Maschinen waren mit spürbaren Minusraten dabei. Aber – und hier zeigt sich, dass Statistik immer auch Ähnlichkeit mit einem unaufgeräumten Schreibtisch hat – in anderen Bereichen lief es besser: Metallerzeugnisse und der Bau von Spezialfahrzeugen (wer denkt da nicht an futuristische Züge oder Flugzeuge?) legten deutlich zu. Der Hochbau sogar um mehr als acht Prozent. Unterm Strich bleibt im Gesamtbild: Während die Industrie vor allem im Investitionsgüterbereich Federn ließ (minus 5,3 Prozent), konnten sich Konsumgüter ein leichtes Plus sichern. Auch die Energieproduktion sank (um gute 1,8 Prozent), allerdings war das nicht der Haupttreiber für den Abschwung. Interessant ist der Vergleich zum Vorjahr: Im Dezember 2025 lag die Produktion insgesamt um 0,6 Prozent (industriebezogen sogar nur um 0,2 Prozent) schlechter als im letzten Dezember. Es gab also keine Katastrophe – aber ganz sicher keinen Grund für Euphorie. Die energieintensiven Branchen – von der Chemie bis zur Papierherstellung – leiden weiterhin am meisten. Ihre Produktion schrumpfte im Dezember 2025 verglichen mit November um knappe 0,9 Prozent, im dreimonatigen Vergleich gehen 0,5 Prozent verloren. Und wenn man einen langen Bogen schlägt, zurück bis vor die Energiekrisen, wird die Dimension sichtbar: Im Vergleich zu 2021 fehlen weiterhin fast 18 Prozent der Produktionsmenge. Das schmerzt – und da helfen auch kleine Lichtblicke wie die gestiegene Energieerzeugung im Jahresverlauf nicht hinweg. Am Ende steht ein Jahresrückblick: Über das gesamte Jahr 2025 betrachtet ist die Produktion im deutschen Produzierenden Gewerbe um 1,1 Prozent hinter das Vorjahr zurückgefallen. Industrie und Bau sind dabei gleichermaßen betroffen, lediglich die Energieerzeuger konnten zulegen. Besonders deutlich bleibt die Abkühlung in der Industriebranche und vor allem in den energieintensiven Segmenten. Bleibt die Frage, ob sich 2026 der Knoten endlich löst, oder ob es ein weiteres Jahr mit angezogener Handbremse wird.

Der aktuell starke Produktionsrückgang im Dezember 2025 überrascht viele Beobachter kaum, da bereits im Jahresverlauf eine fragile Entwicklung sichtbar war. Vor allem die Automobilbranche, der Maschinenbau und die energieintensiven Industrien leiden weiterhin stark unter globalen Lieferproblemen, gestiegenen Energiepreisen und einer eher schwachen Nachfrage – all das führte zu Produktionsrückgängen, wie die Zahlen klar zeigen. Während einzelne Bereiche – etwa Spezialfahrzeuge oder Metallerzeugnisse – profitieren konnten, bleibt die allgemeine Situation angespannt. Neue Unsicherheiten belasten zudem die Erwartungen für 2026, vor allem angesichts möglicher Zinserhöhungen der EZB und geopolitischer Risiken. In tagesaktuellen Berichten verschiedener Medien wird die Unsicherheit in der deutschen Industrie breit diskutiert, wobei auch auf politische und strukturelle Herausforderungen – wie die Abhängigkeit von Exportmärkten und die schleppende Digitalisierung – hingewiesen wird. Weitere aktuelle Quellen berichten, dass es im Januar 2026 Hinweise auf eine leichte Erholung im Auftragseingang gibt, allerdings sind die wirtschaftlichen Aussichten noch durchwachsen. Die Auseinandersetzungen um Subventionen für Zukunftsbranchen und um die Energiekosten werden in Interviews mit Branchenvertretern vielfach als Hemmschuh für Investitionen genannt. Auch der Arbeitsmarkt wird auf mittlere Sicht unter Druck geraten, sollte der Industriekurs nicht wieder an Schwung gewinnen.

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