Bund lässt Tausende eigene Wohnungen leerstehen – Linke erhöht den Druck

Mehr als 3.000 Wohnungen im Besitz des Bundes stehen unbewohnt herum – mitten in der Wohnungskrise.

heute 08:31 Uhr | 2 mal gelesen

Laut einer aktuellen Regierungsantwort, über die T-Online zuerst berichtet hat, stehen bundesweit mehr als 3.100 Wohnungen leer, obwohl sie eigentlich im Bestand des Bundes sind. Die meisten dieser Immobilien werden von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verwaltet und eigentlich für Bundesbeschäftigte vorgehalten, wie etwa Bundespolizisten. Rund neun Prozent des Bundesbestandes ist damit derzeit nicht vermietet – ein beträchtlicher Teil, wenn man bedenkt, dass es nach Angaben aus 2025 insgesamt 37.000 Wohnungen gibt. Die Gründe klingen erstmal unspektakulär: Viele Objekte brauchen offenbar eine grundlegende Sanierung oder weisen teils gravierende Mängel auf. Ein kleiner Prozentsatz ist schlicht in Übergangszeiten zwischen zwei Mietern. Knapp 1.000 Wohnungen gelten laut Behörden sogar als nicht mehr am Markt aktiv – sie tauchen also im Mietangebot gar nicht mehr auf. Caren Lay, die für die Linke als Expertin für Wohnungspolitik im Bundestag sitzt, hält das für „ein Trauerspiel angesichts der Wohnungsnot“ und kritisiert, dass Sanierungen zu schleppend umgesetzt werden. Sie sieht ein Problem darin, dass die BImA viel Geld direkt an den Bundeshaushalt abführen muss, während ihr für Reparaturen und Modernisierungen zu wenig bleibt. Netter Nebenaspekt, der gerne untergeht: Mehr als zwei Millionen Quadratmeter bundesweit genutzter Gewerbe- und Sonderflächen stehen ebenfalls brach – fast die Hälfte der Assets aus diesem segmentierten Bereich. Lay fordert, dass der Bund dringend anfangen müsse, den Sanierungsstau zu beheben und leerstehende Wohnungen wieder bewohnbar zu machen – und zwar zügig. Denn gerade in Städten spitzt sich die Wohnungsknappheit immer mehr zu. Eine schnelle Vermittlung der leerstehenden Bundeswohnungen könne helfen, den Druck am Wohnungsmarkt zumindest zu lindern. Und das ausgerechnet im Besitz des Staates – das wirkt schon fast ein bisschen bizarr.

Der Bund hält derzeit über 3.000 Wohnungen ungenutzt, obwohl vielerorts bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist. Die Ursachen reichen von baulichen Mängeln über langwierige Sanierungen bis hin zu finanziellen Restriktionen der BImA. Die Linke fordert nun, dass endlich ernsthaft saniert wird, um die Wohnungen rasch wieder dem Mietmarkt zuzuführen – und kritisiert aktuelle Prioritäten der Bundesregierung. Zusätzlich zum Leerstand bei Wohnraum sind auch zahlreiche bundeseigene Gewerbeflächen ungenutzt. Medien wie die taz und Zeit Online berichten aktuell, dass der Bund auch künftig die Bereitstellung preisgünstigen Wohnraums ausbauen müsse, um dem Wohnungsnotstand wirksam gegenzusteuern. Besonders strittig ist dabei die Finanzierung notwendiger Sanierungen und die Re-Investition von Gewinnen, die die BImA erzielt, was nach Meinung vieler Experten leichter umsetzbar wäre, wenn mehr Mittel bei der Behörde verblieben.

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