Ehrlich gesagt: Wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet im Regierungstross an Bord immer wieder zum digitalen Blackout kommt? Da sitzt dann die Spitze des deutschen Staates im fliegenden Konferenzzimmer – und der Mailversand bricht einfach zusammen. Genau deswegen startet das Verteidigungsministerium in den kommenden Monaten einen Testlauf mit verbessertem Internet-Service für die Regierungsflieger, genauer: erst mal auf einer A350. Der aktuelle Provider soll jetzt zeigen, was wirklich drin ist – und verspricht laut Ministerium eine deutlich klotzigere Übertragungsrate und bessere Verbindungsgüte, indem die Satellitenleitung Priorität bekommt. Kleine Randnotiz: In naher Vergangenheit war das Netz an Bord der prägnant weißen Regierungsjets mehrfach schlicht tot. Besonders peinlich wurde es, als Bundeskanzler Merz und seine Mannschaft auf einem Flug Richtung Indien plötzlich keinen Zugriff auf wichtige Nachrichten hatten – was während brisanter außenpolitischer Entwicklungen irgendwie uncool wirkt. Man mag über Digitalisierung in Deutschland lästern, aber dass ausgerechnet im "Krisenflugzeug" die Leitung schlappmacht, ist fast Kabarett.
Die Bundesregierung reagiert damit auf teils peinliche Aussetzer bei Flugreisen, wie etwa bei Kanzer Merz' Indien-Besuch, als er und sein Team nicht online auf aktuelle Informationen zugreifen konnten. Die geplanten Tests für schnellere Internetanbindung sollen helfen, Funklöcher über den Wolken zu stopfen und ministerielle Kommunikation weltweit zu sichern. Laut Süddeutscher Zeitung kämpft die Flugbereitschaft der Bundeswehr schon länger mit technischen Problemen, insbesondere im Zusammenhang mit modernen Anforderungen an Echtzeitkommunikation – andere Staaten wie Frankreich und Großbritannien haben längst verbesserte Systeme installiert.