Roderich Kiesewetter, CDU-Außenpolitiker und Bundestagsabgeordneter, betonte gegenüber dem 'Spiegel' die Uneinigkeit der Bundesregierung, was völkerrechtliche Fragen rund um eine Beteiligung Deutschlands an einer Mission am Persischen Golf betrifft. Er sieht den nationalen Sicherheitsrat als sinnvoll an, um einen abgestimmten Beschluss vorzubereiten, möchte dieser Entscheidung aber explizit nicht vorweggreifen. Anton Hofreiter von den Grünen äußert zudem Zweifel an Sinn und Notwendigkeit eines deutschen Engagements: Aus seiner Perspektive liegen die sicherheitspolitischen Prioritäten Deutschlands ganz woanders, nämlich etwa bei der russischen Einflussnahme in der Ostsee. Hofreiter ist überzeugt, im Kontext der unklaren Motivation einer militärischen Aktion, vor allem im Zeichen der Politik von Trump, wäre eine Einbindung der Bundeswehr schlicht fehl am Platz. Jan van Aken, Vorsitzender der Linken, geht noch weiter und weist jegliche deutsche Beteiligung strikt zurück. Für ihn ist die aktuelle Lage eine Folge völkerrechtswidriger Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten. Van Aken fordert eine diplomatische Herangehensweise und warnt vor weiterer militärischer Eskalation. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte zuletzt ebenfalls klar, dass er eine deutsche Mitwirkung an einem internationalen Militäreinsatz zur Absicherung der Seewege derzeit für nicht geboten hält.
Im Grundsatz wird damit klar: Zwischen dem Wunsch nach internationaler Solidarität und den Zweifeln an konkreten deutschen Interessen schwelt ein tiefes Unbehagen.
Die Debatte um eine mögliche deutsche Beteiligung an einer Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus stolpert weiterhin über Uneinigkeit innerhalb der Bundesregierung und grundsätzliche Bedenken bei Grünen und Linken. Während konkrete sicherheitspolitische Interessen Deutschlands vornehmlich in der Ostsee gesehen werden, warnen Kritiker vor einer Einmischung in einen von den USA und Israel dominierten Konflikt und fürchten einen völkerrechtswidrigen Einsatz – stattdessen wird mehr Diplomatie angemahnt. Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, insbesondere Angriffe auf Handelsschiffe, Versorgungsengpässe durch den Iran und die Gefahr, dass mit einem Militäreinsatz eine weitere Eskalation droht. Inzwischen zeigt die aktuelle Nachrichtenlage, dass Frankreich und Großbritannien ebenfalls zurückhaltend agieren und eine noch breitere internationale Lösung fordern. Laut neuesten Berichten hat der Iran unlängst seine eigene Marinepräsenz in der Region verstärkt, um angeblich Schutz für Handelsschiffe zu bieten. Die EU prüft parallel, ob diplomatische Initiativen für eine Deeskalation zwischen Iran und dem Westen eine Chance haben.