Die Chefinnen und Chefs der Parteinachwuchse sehen die deutschen Farben in der Öffentlichkeit zur EM sehr verschieden. Während konservative Kräfte wie die Junge Union das Zeigen der Fahne selbstverständlich finden, verbinden Jusos, Grüne Jugend und Linksjugend sie teils mit zwiespältigen Erinnerungen an rechte Missbräuche – sind aber nicht komplett abgeneigt, solange der Kontext stimmt. Die AfD fordert, Schwarz-Rot-Gold rund ums Jahr selbstbewusst zu präsentieren. – Interessant ist, wie sich diese Debatte in einer Zeit wiederholt, in der Extreme politischer Symbole diskutiert und gesellschaftliche Bruchlinien spürbar sind: Einige Medienberichte heben hervor, dass Nationalfarben heute oft anders wahrgenommen werden als noch vor etwa 15 Jahren. Aus neuen Umfragen, darunter die des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, zeigt sich, dass jüngere Leute Patriotismus mehr mit kritischem Bewusstsein verbinden; sie unterscheiden stärker zwischen Symbol und Inhalt. Zugleich erklären Soziolog*innen, dass der Fußball zwar ein Gemeinschaftsgefühl schafft, aber Flaggen selbst längst kein eindeutiges Zeichen von Rechtslastigkeit mehr sind, sondern oft spielerisch und situationsabhängig genutzt werden. Trotzdem: Die Geschichte, wie Nationalfarben vereinnahmt wurden, sorgt weiterhin für Diskussionen, auch unter Prominenten und in sozialen Netzwerken.
heute 13:59 Uhr