Sorge um Niedrigwasser: Maritimer Beauftragter will Wasserstraßen-Ausbau beschleunigen

Dauerhafte Trockenperioden lassen Flüsse wie den Rhein auf Rekordtiefstände fallen. Christoph Ploß, maritimer Koordinator der Bundesregierung, sieht deshalb dringenden Bedarf, die Modernisierung der Wasserwege massiv zu beschleunigen.

heute 01:02 Uhr | 4 mal gelesen

Irgendwie ist es fast schon Ironie des Schicksals: Während in Talkshows über Klima und Wirtschaft palavert wird, versanden Deutschlands Flüsse. Christoph Ploß (CDU), maritimer Koordinator, warnt – vielleicht zurecht – davor, Deutschland könne buchstäblich ‚auf dem Trockenen sitzen‘: „Das Niedrigwasser darf nicht zum Bremsklotz für die deutsche Volkswirtschaft werden. Wir brauchen einen echten Bau-Turbo für Nieder- und Mittelrhein“, betonte er gegenüber der Funke-Mediengruppe. Hintergrund sind vielerorts dramatisch gefallene Pegelstände – etwa in Düsseldorf, wo gerade mal 21 Zentimeter am Messpunkt übrig bleiben sollen. Das war sogar niedriger als während der Flachwasser-Katastrophe 2018. Schiffe schaukeln zwar noch, aber können nur halbbeladen fahren – das bringt vor allem Massen-Güterlogistik und Schwerindustrie in Not. Folgerichtig unterstreicht Ploß, dass mit dem Haushaltsentwurf wenigstens zusätzliches Geld in der Pipeline ist – doch sein Appell: Das reicht nicht, noch mehr Mittel müssen fließen. Daran hängt aus seiner Sicht nicht weniger als die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Auch Bauverbände und die NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur mahnen: Der Rhein ist Lebensader, Handelsweg, irgendwie auch ein Gradmesser für Deutschlands Wirtschafts-„Fitness“ – und aktuell läuft der Puls eindeutig zu schwach.

Die Diskussion um den Zustand der Wasserstraßen entzündet sich vor allem am extrem niedrigen Rheinpegel – ein handfestes Problem, das Transportkosten nach oben schnellen und die Industrie ins Schwitzen bringt. Bundespolitiker wie Christoph Ploß fordern, den geplanten Ausbau der Wasserwege nicht nur zu beschleunigen, sondern auch langfristig abzusichern, da die Bedeutung für den Industriestandort immens ist. Laut aktuellen Presseberichten hat das Bundesverkehrsministerium Maßnahmen für eine Modernisierung der Flüsse und Kanäle angekündigt und erhöht die Etats für Instandhaltung – unter anderem aus Angst vor Engpässen in der Lieferkette, etwa für die energieintensive Chemie- und Stahlbranche. Auch Umweltaspekte werden verstärkt diskutiert: Klimawandelbedingte Trockenheit und der Mangel an Niederschlägen werden wohl keine Ausnahmen mehr bleiben – Fachleute raten zu nachhaltigen, „klimaresilienten“ Lösungen. Neue Recherchen belegen, dass die Bundesregierung tatsächlich Mittel aufstockt und auf schnellere Planungsverfahren drängt, aber die Umsetzung in der Praxis weiterhin Zeit und personelle Ressourcen braucht. Währenddessen werden Stimmen lauter, die einen überregionalen Masterplan fordern, der alle relevanten Wasserwege einschließt und Logistik, Umweltschutz und industrielle Nachfrage zusammendenkt.

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