Es ist schon erstaunlich: Trotz oft sogar höherer Beiträge fühlen sich viele Menschen in der gesetzlichen Krankenversicherung als Bürger zweiter Klasse, sobald es um einen zeitnahen Termin beim Facharzt geht. Matthias Miersch von der SPD bringt es offen zur Sprache – und liefert gleich ein Versprechen: Das Ende dieser Ungleichbehandlung ist fällig. Wie genau das aussehen soll? Noch ist das nicht bis ins letzte Detail geklärt, verschiedene Modelle sind im Gespräch, eine Anpassung der Vergütung für Ärzte etwa. Entscheidend sei für ihn: Die Regeln setzt das Parlament – nicht die Interessenvertretungen der Mediziner. Das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung nennt Miersch eine der großen Baustellen im Gesundheitswesen. Es solle fairer zugehen, doch ganz ehrlich: So ein tiefgreifender Umbau schreckt viele ab, nicht zuletzt, weil Gewohnheiten und mächtige Interessen auf dem Spiel stehen. Im Pflegebereich fordert Miersch zusätzlich, pflegende Angehörige nicht weiter zu benachteiligen. Die Stärkung der Pflege zu Hause und grundsätzlich ein Umdenken bei der Finanzierung hält er für dringlich. Deutschland stecke erstaunlich viel Geld ins System – doch das Ergebnis könnte besser sein. Kürzungen sind für Miersch jedenfalls nicht die Lösung, vielmehr braucht es Veränderungswillen bei der Struktur. Auch eine einseitige Belastung der Privatversicherten lehnt er ab, aber: Das Nebeneinander der Versicherungssysteme müsse insgesamt kritisch beleuchtet werden.
Im Kern drängt die SPD – vertreten durch Matthias Miersch – darauf, die oft als ungerecht empfundene Ungleichbehandlung von Kassen- und Privatpatienten rasch zu beenden. Neben der geplanten Facharztgarantie gebe es Überlegungen, die Honorierung der Ärzte neu zu regeln, sodass Facharzttermine für gesetzlich Versicherte schneller möglich werden. Auch im Bereich Pflege fordert Miersch tiefgehende Reformen – Deutschland gebe zwar im internationalen Vergleich viel Geld für Gesundheit aus, die Ergebnisse hinken allerdings hinterher. Pflegebedürftige und pflegende Angehörige sollen besser unterstützt werden, vor allem durch strukturelle Veränderungen anstatt durch bloße Sparmaßnahmen. In aktuellen Debatten gewinnt das Thema durch Berichte über lange Wartezeiten und zunehmenden Frust unter Kassenpatienten weiter an Brisanz, während Ärztevertreter vor zusätzlicher Bürokratie warnen und betonen, dass Versorgungsgerechtigkeit auch mit Ressourcen- und Personalmangel zu tun hat. Zugleich gibt es aus anderen Parteien und Fachverbänden sowohl Kritik als auch Zustimmung, wobei die Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie die Herausforderungen des demografischen Wandels verstärkt thematisiert werden.