Weber wirft Spaniens Regierung Versäumnisse beim Ceuta-Grenzvorfall vor

Nach dem unvorhergesehenen Migrantenansturm auf Ceuta meldet sich Manfred Weber (CSU) mit deutlicher Kritik an der spanischen Regierung zu Wort und sieht Auswirkungen auf ganz Europa voraus. Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei warnt im ZDF, das Problem gehe weit über Spanien hinaus.

heute 21:59 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal fragt man sich wirklich, warum eigentlich Hilfe ausgeschlagen wird, wenn die sprichwörtliche Hütte brennt. Genau das wirft Manfred Weber der linken spanischen Regierung vor: Als in Ceuta die Grenzen durchbrochen wurden und Tausende Migrantinnen und Migranten plötzlich vor der Tür standen, hätte Spanien laut Weber nicht nur sein nationales, sondern auch das europäische Interesse vertreten sollen – und zwar gemeinsam mit anderen Europäern. "Ceuta ist nicht die Privatangelegenheit eines Landes" – das sagt sich leicht, aber hat Gewicht. Frontex, der europäische Grenzschutz, müsste jetzt eigentlich deutlich mehr unterstützen dürfen. Und überhaupt: Für Weber kann es so nicht weiterlaufen; nicht noch einmal möchte er solche chaotischen Szenen sehen, während Madrid scheinbar allein agiert. Schon ein bisschen merkwürdig, dass so Grundlegendes wie Solidarität gerade an Außengrenzen offenbar ins Wanken gerät.

Weber legt den Finger in die Wunde europäischer Migrationspolitik und fordert einen gemeinsamen Umgang mit Krisensituationen wie in Ceuta. Er betont die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit und schlägt als Lösung eine stärkere Einbindung von Frontex vor. In den letzten Tagen berichteten auch andere Medien über die Unruhe an Spaniens Grenze und die Uneinigkeit innerhalb der EU bezüglich konkreter Maßnahmen im Grenzmanagement. Während spanische Vertreter betonen, sie hätten den Ansturm unter Kontrolle gebracht, warnen Organisationen und EU-Politiker vor wiederkehrenden Krisen, sollte es keine umfassendere europäische Lösung geben. Auf politischer Ebene verwischen sich zudem die Verantwortlichkeiten, was die Dringlichkeit einer Reform des europäischen Asylsystems einmal mehr klarmacht.

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