Pflegebranche fordert von Linnemann konkretes Handeln gegen Personalmangel

Mit dem Amtsantritt von Carsten Linnemann (CDU) als neuem Bundesgesundheitsminister richtet die Pflegebranche einen dringenden Appell an die Politik: Die rapide wachsende Fachkräftelücke im Pflegesektor darf bei der bevorstehenden Reform nicht übersehen werden.

heute 14:01 Uhr | 4 mal gelesen

Laut Informationen im Newsletter 'Gesundheit' von 'Politico' verschärft sich die Situation spürbar. Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), hält mit seiner Kritik nicht hinterm Berg: Deutschlands Ansehen bei ausländischen Pflegekräften hat gelitten. Woran liegt’s? Zu langes Warten auf Arbeitserlaubnisse, überzogene Hürden bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen – zum Teil zieht sich das Ganze über anderthalb Jahre. Und überall, wo Verzögerung herrscht, wächst Frust. Hinzu kommen – oft unterschätzt – rassistische Erfahrungen, eine unterdurchschnittliche Entlohnung und im internationalen Vergleich begrenzter Handlungsspielraum für Fachkräfte. "Es ist eben nicht mehr so, dass alle Welt nach Deutschland will. Das hat sich gewandelt", bringt Meurer die Stimmungslage auf den Punkt. Was wie eine reine Personaldebatte klingt, hat ernste Konsequenzen: Laut Statistischem Bundesamt könnten schon binnen zwölf Jahren bis zu 350.000 Pflegerinnen und Pfleger fehlen, weil einerseits immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sind, andererseits das Personal nicht nachkommt. Die Finanzierung der Sozialen Pflegeversicherung steht gleichfalls unter Druck, es klafft ein Loch von 22,5 Milliarden Euro – das will Linnemann nun angehen. Doch ausgerechnet die Kernfrage des Personalmangels bleibt bislang im Gesetzesentwurf weitgehend außen vor. Die Branche hofft trotzdem, dass Linnemann als wirtschaftsnaher Pragmatiker mehr auf die Bedürfnisse der Pflegeunternehmen eingehen wird. Ob das klappt? Ein Hauch Skepsis bleibt.

Während mit Carsten Linnemann ein neuer Gesundheitsminister an den Start geht, stellt sich die Frage: Wie lässt sich der eklatante Mangel an Pflegekräften effektiv bekämpfen? Die Branche warnt, dass es ohne strukturelle Verbesserungen wie schnellere Anerkennungsverfahren, bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung nicht gehen wird. Neue Berichte betonen zudem, dass die Bundesregierung verstärkt auf Anwerbung ausländischer Fachkräfte und digitale Lösungen setzt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hebt hervor, dass gezielte Qualifizierungsprogramme für Migrantinnen und Migranten ebenso wichtig sind wie eine adäquate Integration. In den letzten 48 Stunden wurde auf mehreren Newsportalen diskutiert, dass der gesellschaftliche Rückhalt für einen Pflegegipfel wächst, bei dem neben finanziellen Aspekten auch Wertschätzung und Arbeitsklima eine tragende Rolle spielen müssen.

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