In einem Gespräch bei RTL und ntv (Sendung "Frühstart") ließ Miersch durchblicken, dass auch Kanzler Merz nicht ganz glücklich über die Art und das Tempo der Personalentscheidungen in seiner Partei gewesen sei. Dennoch, so Miersch, müsse jetzt endlich wieder Normalbetrieb herrschen und der Fokus auf die anstehenden Aufgaben gelegt werden – "es ist jetzt wirklich Zeit für sachliche Arbeit, statt parteipolitischer Schaukämpfe", sagt er so oder so ähnlich. Die Kooperation innerhalb der Regierung sieht Miersch durch den Wirbel ohnehin wenig gefährdet. Viel wichtiger sei, dass die vor der Sommerpause ausgehandelten Projekte nun zügig umgesetzt werden – sowohl im Kabinett als auch in den Fraktionen. Zu Jens Spahn, der seinen Posten als Fraktionsvorsitzender abgeben musste, äußert sich Miersch persönlich und beinahe etwas sentimental: Die Zusammenarbeit sei trotz politischer Differenzen immer respektvoll und vertrauensvoll gewesen. "Was Vertrauen angeht, kann man nichts erzwingen, das muss wachsen. Und das dauert manchmal", merkt er an. Mit dem neuen Fraktionschef Thorsten Frei verbindet den SPD-Politiker bereits Erfahrung aus dem Koalitionsausschuss. Frei, meint Miersch, sei ein sachorientierter Typ, mit dem konstruktive Zusammenarbeit möglich bleibt. Kurzum: Der Blick geht nach vorn, auch wenn die Turbulenzen in der Union etwas nachwirken.
Nach einigen Personalquerelen innerhalb der Unionsfraktion geht die SPD davon aus, dass sich die Lage beruhigt und die Regierung wieder handlungsfähig ist. Die angestrebte Umsetzung gemeinsamer Projekte – vereinbart vor der Sommerpause – rückt jetzt wieder in den Mittelpunkt; der neue Fraktionsvorsitzende Thorsten Frei wird von Miersch als sachlich und kooperativ eingeschätzt. In der journalistischen Landschaft reden viele Beobachter von einer teilweisen Orientierungslosigkeit der Union, aber gleichzeitig davon, dass sich dadurch Chancen für einen Neuanfang ergeben könnten. Laut aktuellen Berichten aus anderen Nachrichtenportalen herrscht in der Union weiterhin Gesprächsbedarf zu den genauen Ursachen des Personalwechsels; zudem werden Herausforderungen für die anstehenden Haushaltsberatungen diskutiert. Besonders hervorgehoben wird, dass sowohl SPD als auch CDU/CSU darauf bedacht sind, gegenseitig vertrauensvolle Arbeitsbeziehungen trotz Führungskrisen zu pflegen.