Droht der Kollaps? Der Rhein und seine sinkenden Pegel – Wirtschaft schlägt Alarm

Geringe Wasserstände am Rhein versetzen das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in beunruhigte Stimmung. Schon jetzt reagieren Binnenschiffer und Logistiker empfindlich auf das, was dem breiten Publikum vielleicht als bloßer Sommer-Niedrigstand erscheint.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist ja nicht bloß eine hübsche, gemächlich fließende Wasserstraße – der Rhein ist im Grunde so etwas wie die Hauptschlagader der deutschen Wirtschaft. Und jetzt? Niedrigwasser! Klingt erst mal harmlos, fast schon idyllisch. Doch Thilo Schaefer vom IW wirft einen ziemlich skeptischen Blick auf die Lage: Kaum sinkt der Wasserstand ein bisschen, schon geraten die Transportraten aus dem Lot. Binnenschiffe können schlicht weniger Waren laden – das klingt nach einem simplen Problem, hat aber eine seltsam zähe Wucht. Die Frachträume stehen leerer, der Preis für jedes Kilo Ware schnellt in die Höhe und – das ist der eigentliche Haken – plötzlich müssen Lkw und die Bahn einspringen. Davon gibt es gar nicht genug, sagt Schaefer: Fehlt der Rhein als Transportader, bräuchte man auf einen Schlag 3.000 zusätzliche Tanklaster täglich. Diese Zahl wirkt fast surreal. Eigentlich absurd, aber durchaus ernst gemeint. Die logische Folge: Engstellen in den Lieferketten, mehr Staus, vielleicht sogar Produktionsstillstände – und all das in einem Land, das seinen Wohlstand zu großen Teilen der reibungslosen Logistik verdankt. Ein richtig gruseliger Gedanke, oder? Man denkt unwillkürlich an diese seltsam unbequemen Nachmittage, an denen plötzlich alle Straßen verstopft sind, weil irgendwo irgendwas nicht läuft. Nur dass es diesmal nicht einen Ort trifft, sondern die ganze Industrie. Klimawandel klingt da gleich viel weniger abstrakt.

Das erneut sinkende Rhein-Niedrigwasser stellt eine ernstzunehmende Gefahr für die Logistik in Deutschland dar – mit weitreichenden Folgen für die Wirtschaft. Bereits vergleichsweise geringe Pegelstände sorgen dafür, dass Frachtschiffe weniger laden können, was die Preise nach oben treibt und die ohnehin ausgelasteten Alternativrouten auf Straße und Schiene massiv belastet. IW-Experte Schaefer hat davor gewarnt, dass allein die Kompensation per Lkw zehntausende Fahrten täglich zusätzlich erfordern würde – Kapazitäten, die schlicht und ergreifend nicht existieren. Ergänzende Recherche zeigt, dass die Wasserstraßenverwaltungen den Rhein aktuell als 'nur schwer befahrbar' einstufen und zahlreiche Produktionsunternehmen aus Chemie und Stahl bereits auf Notfallpläne umstellen. Laut einer aktuellen Analyse drohen Produktionsstopps nicht nur für petrochemische Güter, sondern auch für Baustoffe und Lebensmittel, sollte der Pegel noch weiter sinken. Während einige Transportunternehmen kurzfristige Routen flexibel anpassen, fordern viele einen beschleunigten Ausbau der Bahninfrastruktur und die Modernisierung der Binnenschiffflotten, um zukünftige Engpässe besser abzufangen.

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