Eigentlich ist es ja kein alltägliches Bild, wenn führende AfD-Politiker ausgerechnet "Auferstanden aus Ruinen" singen – die alte Hymne der DDR. Doch für Chrupalla war das offenbar mehr als nur Nostalgie. In den Worten des Parteichefs spiegelt sich ein Bedürfnis wider: Hoffnung auf Erneuerung. 'Niemand will neue Ruinen', betonte er in Anspielung auf abgerissene Kernkraftwerke und die Diskussion um gefährdete Infrastruktur. Was andere als gezielte Provokation werten, sieht er als Symbol: Die Einheit, als Versprechen. Überraschend kam übrigens der Anstoß zur Hymne von Kabarettist Uwe Steimle, woraufhin Chrupalla und Siegmund einfach mit einstimmten. Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Kanzleramtschef Frei von der CDU sprach von einem 'durchaus irritierenden' Moment. Wenn ich ehrlich bin, erinnere ich mich, wie Musik und Symbole oft verschiedene Geschichten erzählen – manchmal ist das, was gesagt wird, längst nicht das, was gehört wird. Vielleicht war der Auftritt auch genau das: uneindeutig, widersprüchlich.
AfD-Chef Tino Chrupalla verteidigt, dass er in Dessau-Roßlau gemeinsam mit Ulrich Siegmund öffentlich die ehemalige DDR-Hymne sang und betont, dass es dabei um Zusammenhalt und ein Signal des Aufbruchs ging. Während Kritiker – insbesondere aus der CDU – das Verhalten als verstörend bezeichnen, besteht Chrupalla darauf, dass es weder um Verherrlichung der DDR noch um Provokation ging, sondern um einen Rückgriff auf alte Hoffnung und Einigkeit, gerade für Sachsen-Anhalt. Zu beachten bleibt, dass die politische und gesellschaftliche Deutung solcher Symbole noch immer starke Emotionen und Debatten auslöst, vor allem vor dem Hintergrund aktueller Wahlkämpfe und der fortdauernden Ost-West-Diskussionen in Deutschland.