Oma im Gefängnis? Für Luise war das nie bloß eine düstere Familienlegende, sondern ein wiederkehrendes Gesprächsthema. Ihre Großmutter Guny erzählt seit Luises Kindheit von ihrer spektakulären DDR-Flucht – die jedoch in Handschellen und Gefängniszellen mündete. Jahrelange Haft, getrennt von allem Vertrauten, mühselige Entbehrungen, psychische Schikanen. Ist ein solcher Preis jemals zu rechtfertigen? Und war das DDR-Leben wirklich dermaßen unerträglich? Der Podcast „Oma lass reden – eine deutsche Geschichte“ geht ab 15. Juli ungeschönt diesen Fragen nach – zuerst und exklusiv auf ARD Sounds.
Gemeinsam begeben sich Luise und Guny in die Vergangenheit – wortwörtlich: Sie kehren zurück in die alten Gemäuer jenes Gefängnisses, in dem Guny monatelang auf ihren Prozess warten musste. Da sprechen sie über das System Zwangsarbeit, die zermürbenden Methoden der Staatssicherheit und was es heißt, inmitten der ‚wirklich‘ Schwerkriminellen den Alltag zu meistern. Wie hält man durch – mit Rückgrat, oder irgendwann doch gebrochen? Kann Liebe so viel aushalten? Während ihrer Reise rekonstruieren Oma und Enkelin, was Guny ins Risiko trieb und was das DDR-System ihr tatsächlich antat – ohne dabei die guten Seiten der DDR zu verschweigen.
Identität zwischen zwei Welten
Die Erzählung ist mehr als ein Familienportrait: Es geht um Brüche und Wunden, aber auch um bleibende Verbundenheit über die Zeit hinweg. Luise sagt: „Meine Oma ist für mich Heldin und Mahnerin zugleich. Ihre Geschichte macht mich mutig, dem Leben selbstbewusst entgegenzutreten – komme, was wolle.“
Premiere 15. Juli auf ARD Sounds
Produziert wurde „Oma lass reden – eine deutsche Geschichte“ von DASDING, gemeinsam mit Fritz (rbb). Die zweite Staffel tritt damit in die Fußstapfen des erfolgreichen Vorgängers „Opa, lass reden – eine deutsche Geschichte“ (2024).
Zusätzliche Infos und Fotos gibt’s unter: http://swr.li/oma-lass-reden sowie https://www.ardsounds.de/sendung/oma-lass-reden-eine-deutsche-geschichte/urn:ard:show:12d67636b923a06b/
Der Podcast „Oma lass reden – eine deutsche Geschichte“ wirft einen ebenso persönlichen wie schonungslosen Blick auf das Leben in und nach der DDR. Er erzählt von Guny, die einst beim Versuch, aus der DDR zu fliehen, inhaftiert und über Jahre gebrochen wurde – und von Luise, der Enkelin, die den Geschichten ihrer Oma nachspürt, um Vergangenes zu begreifen und weiterzugeben. Aktuelle Recherchen zeigen, dass das Thema DDR-Vergangenheit, Erinnerungskultur und die Frage nach Freiheit und Identität immer noch kontrovers diskutiert werden: Unlängst berichtete die FAZ über die anhaltende Debatte um DDR-Aufarbeitung in Schulen, während ZEIT Online Zeitzeugengespräche als unverzichtbare Form der deutschen Erinnerung betonte. Auch die „taz“ widmete sich gerade der Frage, wie persönliche Flucht- und Stasigeschichten gerade jetzt in Podcasts einer jungen Generation neu erzählt werden (vgl. Quellen unten). Oft ist es die emotionale Nähe, die einer nüchternen Geschichtsschreibung fehlt – und genau diesen Ansatz verfolgt der Podcast.