Chemie- und Pharmatag NRW 2026: Entscheidende Weichenstellungen für die Industrie und neue Gesichter im Verband

Düsseldorf – Fast einhundert führende Köpfe aus Chemie- und Pharmabranche Nordrhein-Westfalens kamen beim Chemie- und Pharmatag NRW 2026 zusammen. Inmitten anhaltender Unsicherheit am Industriestandort Europa diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter Herausforderungen, Zukunftsperspektiven – und votierten zugleich über die neue Verbandsspitze.

heute 11:10 Uhr | 2 mal gelesen

Spürbar unruhige Zeiten für die Chemie- und Pharmaunternehmen in Nordrhein-Westfalen: teure Energie, teure Rohstoffe, ein ständig wachsender DIN-A4-Stapel an Regelungen und – man kommt nicht drumherum – globaler Wettbewerbsdruck. Den Unternehmen bleibt zurzeit kaum Luft zum Atmen. Investitionen werden abgewogen wie Goldstaub, denn neben dem Tagesgeschäft drängt zugleich die notwendige Transformation hin zur Klimaneutralität massiv auf die Agenda. „Es fühlt sich wirklich nach Gratwanderung an. Unser Standort ist unter massivem Druck – von außen wie von innen. Gerade deshalb brauchen wir klare politische Leitplanken und keine weiteren regulatorischen Stolpersteine. Bürokratie adé – das wäre ein echter Investitionsmotor“, so der bestätigte Vorsitzende Thomas Wessel (Evonik). Angesichts dieser Stimmung entschied die Mitgliederversammlung auf Kontinuität mit Wessel an der Spitze. Auch Dr. Thorsten Dreier (Covestro) bleibt stellvertretender Vorstandsvorsitzender, während mit Katharina Haack (KNEHO-LACKE) frischer Wind durch das Leitungsgremium weht. Was auffällt: Der Vorstand spiegelt gekonnt die Bandbreite zwischen Industriegiganten und Mittelstand wider – ein Abbild der diversen Unternehmenslandschaft in NRW. Gerade in unsicheren Zeiten kommt, so Wessel, dem Verband als Sprachrohr eine Schlüsselfunktion zu. Kurz: Eine zersplitterte Branche geht unter, nur gemeinsam lässt sich der Standort sichern. Auf der Tagung kreisten die Diskussionen nicht nur um Landes- und Bundespolitik, sondern auch um den europäischen Rahmen. Dr. Pierre Gröning lieferte Einblicke von der EU-Regulierungsfront, während Dr. Stormy-Annika Mildner einen Blick in Richtung USA warf. Die Sorge, dass Europa wirtschaftlich abgehängt wird, war bei vielen im Saal greifbar. Fazit? Die Chemie- und Pharmabranche bleibt im Ausnahmezustand, klammert sich aber an Zusammenhalt, Dialogbereitschaft – und die Hoffnung, dass Politik und Wirtschaft endlich am gleichen Strang ziehen.

Beim Chemie- und Pharmatag NRW 2026 kamen Branchenvertreter in Düsseldorf zusammen, um angesichts massiver wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen Bilanz zu ziehen und Kraft für die kommenden Jahre zu sammeln. Neben der Vorstandswahl (Thomas Wessel bleibt Vorsitzender, mit Thorsten Dreier als Stellvertreter und Katharina Haack neu dabei) standen Themen wie Transformation, Standortkonkurrenz sowie Auswirkungen von Energie- und Regulierungskosten auf der Agenda. Laut Medienberichten bleibt die Lage angespannt: Der VCI NRW fordert weiter schnellere Entlastung, entschlosseneren Bürokratieabbau und Investitionsimpulse für die Industrie. Europaweit steckt die Chemie derzeit in einer Krise, manche Unternehmen fahren Produktionen zurück oder drohen mit Standortschließungen. Einigkeit herrscht: Es braucht energische politische Unterstützung, damit die Transformation nicht zum Sargnagel für Standorte wie NRW wird und Innovation erhalten bleibt.

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