Podcast: Generation Z in der Bundeswehr – Passen jung und uniformiert zusammen?

Potsdam – Die Bundeswehr darf sich über steigende Zahlen von Rekrutinnen und Rekruten freuen – zugleich stellt sich die grundsätzliche Frage, wie gut junge Menschen wirklich zum Soldatenberuf passen. Prof. Dr. Martin Elbe (Militärsoziologe am ZMSBw) und Oberstleutnant Michael Gutzeit geben Einblicke in das Wechselspiel zwischen der Lebenswelt der Generation Z und militärischer Sozialisation.

heute 10:23 Uhr | 2 mal gelesen

Jedes Jahr melden sich etwa 10.000 junge Leute, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden, freiwillig zum Wehrdienst. Die Mitglieder der Generation Z – diese vielzitierte Gruppe – wird mitunter als egozentrisch oder sogar etwas bequem beschrieben. Aber ist dieses Bild stimmig, wenn es um die Realität beim Militär geht? Oder sind das nur gängige Vorurteile? Viele Texte behaupten, heutige Jugendliche seien weniger gemeinschaftsorientiert, vielleicht sogar skeptisch gegenüber Hierarchie und Disziplin. Dennoch zeigt die Forschung: Ganz so simpel ist es nicht. Sozialwissenschaftliche Studien, etwa die «Bewerberstudie» von 2022, machen klar, dass die Generation Z durchaus einen Sinn für Werte wie Dienst am Staat, persönliche Entwicklung und die Suche nach Herausforderungen mitbringt. Familie, Freundschaften und das Gefühl, das eigene Handeln mit dem eigenen Gewissen vereinbaren zu können, zählen für viele ebenfalls stark – im Grunde klassische Motive. Also: Völlig voneinander entfernt sind die Vorstellungen der jungen Menschen und die Werte der Bundeswehr nicht, auch wenn es natürlich weiterhin Unterschiede gibt. In einer Podcast-Folge sprechen Prof. Dr. Martin Elbe – seines Zeichens erfahrener Militärsoziologe – und Oberstleutnant Michael Gutzeit, der die Öffentlichkeitsarbeit des ZMSBw verantwortet, offen über ihre Eindrücke und Erfahrungen. Hören kann man das Ganze unter anderem über die Homepage des ZMSBw. Wer Lust hat, kann nachfragen oder Feedback geben: Oberstleutnant Gutzeit steht als Ansprechpartner mit Kontaktdaten bereit.

Die Diskussion um die Generation Z und ihre Rolle in der Bundeswehr ist vielschichtig und voller Klischees – doch aktuelle Studien widerlegen viele populäre Vorurteile. Junge Freiwillige zeigen laut Untersuchungen eine überraschend starke Wertekonformität sowie das Bedürfnis, dem Staat zu dienen und Herausforderungen zu meistern. In der letzten Zeit hat die Bundeswehr nicht nur durch intensive Nachwuchskampagnen mehr Zulauf bekommen, sondern auch durch gesellschaftliche Debatten (etwa um Wehrpflicht, Sicherheit im globalen Kontext und neue Sicherheitsstrategien nach dem Ukraine-Krieg), die junge Menschen zur Auseinandersetzung mit dem Soldatendasein bewegen. Zusätzlich beleuchten Experten, dass die Generation Z durchaus bereit ist, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen, sich aber auch individuelle Entwicklung und psychische Sicherheit wünscht. Die Bundeswehr steht dadurch vor der Herausforderung, die Balance zwischen bewährter militärischer Struktur und den individuellen Bedürfnissen der jungen Generation zu finden. Laut aktuellen Medienberichten werden die Anforderungen an die Armee durch geopolitische Unsicherheiten und verstärkte Rekrutierungsbemühungen weiter steigen, was neue Formen der Ansprache und Betreuung notwendig machen dürfte.

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