Wenn ich ehrlich bin – selten habe ich Sportübertragungen erlebt, die gleichzeitig so umfassend und zugänglich waren wie das ARD-Paket zu den diesjährigen Winter-Paralympics. Axel Balkausky, der sportliche Strippenzieher bei der ARD, brachte es auf den Punkt: Nicht nur die Fernsehzuschauer kamen auf ihre Kosten, sondern auch jene, die lieber klicken oder zuhören, fanden ein wahres Paradies vor – auch für notorische Skeptiker war kaum ein Makel zu finden. Live-Streams mit vier parallelen Kanälen, die Mediathek voll mit immerhin 200 Stunden Sport zum Immer-wieder-Anschauen, dazu Rückblicke, knackige Zusammenfassungen, Interviews mit Expertinnen wie Anna Schaffelhuber – da kann man schon mal ins Grübeln kommen, wann man zuletzt so informiert war und nebenbei dem Alltag entfliehen konnte.
Der Medienverbund mit dem ZDF funktionierte im Grunde reibungslos: Während die ersten Tage und die große Eröffnung im ZDF zu sehen waren, füllte das Erste nahtlos auf – keiner der großen Momente ging verloren. Und hausgemachte Statistik: Durchschnittlich 0,57 Millionen Menschen hingen vor den Bildschirmen, an starken Tagen sogar noch weit mehr. Schon kurios, wie Wintersport-Events an den Wochenenden plötzlich einen Sprung auf 1,5 Millionen Zuschauer machen!
Auch das digitale Publikum kam nicht zu kurz: Über eineinhalb Millionen Streamabrufe sprechen Bände – eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass viele noch immer denken, „lineares Fernsehen“ sei der einzige Weg zum Sport. Kontinuierlich ins Ohr ging’s übrigens auch – der Hörfunk mit seinen 200 (!) Beiträgen, untermalt von Stimmen wie Anna-Lena Forster, erreichte ein breit gestreutes Publikum.
Nicht zu vergessen: BR und MDR teilten sich dieses Jahr erstmals die ARD-Federführung. Ein kleiner, aber interessanter Schritt auf dem Weg zu mehr Vielfalt und vielleicht auch zu neuen Klangfarben in der Berichterstattung.
ARD und ZDF sind für ihre präsente, barrierearme und erneuerte Paralympics-Berichterstattung auffällig positiv bewertet worden: Die Kombination aus klassischem TV, digitalem Angebot mit Livestreams sowie einem Hörfunk-Programm, das Aspekte der Inklusion und Vielfalt besonders sichtbar machte, trifft offenbar den Zeitgeist. Die Rolle von Expertinnen wie Anna Schaffelhuber hat in den Analysen wie auch in sozialen Netzwerken wiederholt Lob gefunden; das Interesse an den Online-Angeboten, speziell über Mediathek und sportschau.de, lag deutlich über dem Vorjahresniveau. Aktuelle Berichte aus den letzten Tagen zollen insbesondere dem verbesserten Zugang zu Sportberichterstattung für Menschen mit Behinderung Respekt und diskutieren, wie dadurch ein nachhaltigeres Bild inklusiver Medienlandschaft in Deutschland entsteht.
Erweiterte Recherche: Laut Spiegel und Süddeutscher Zeitung unterstreichen Experten und Medienanalysten, dass öffentlich-rechtliche Programmangebote wie die der ARD für den Diskurs über Gleichberechtigung und Sichtbarkeit von Para-Sportarten mittlerweile unverzichtbar sind. Auf https://www.deutschland.de wurde hervorgehoben, dass die niedrigschwelligen digitalen Zugänge und die Vielfalt der Formate bei den Paralympics einen besonderen Beitrag zur Inklusion leisten. Taz und der Deutschlandfunk betonen in Interviews mit paralympischen Athlet*innen, wie wichtig mediale Wertschätzung für deren gesellschaftliche Anerkennung ist.