Ein besonderer Dorn im Auge ist Obermann das sogenannte Geo-Return-Prinzip — diese Vorschrift, dass jedes Land gemäß seinem finanziellen Anteil Industrieaufträge zurückbekommt. Für ihn werde damit „Nationalinteresse über Europas Interesse gestellt“. Genüsslich nüchtern meint er: „Damit schadet sich Europa letztlich selbst.“ Gleichzeitig, kritisiert er, würden längst überfällige Entscheidungen für bessere Zusammenarbeit, die Harmonisierung der Rüstungstechnik und schnellere Programme auf die lange Bank geschoben.
Obermann gibt sich aber nicht restlos pessimistisch: Kleine Fortschritte sehe er – etwa bei der Beschleunigung von Beschaffungsverfahren. Trotzdem müsse viel stärker der Nutzen und das Tempo im Vordergrund stehen, statt der Suche nach der perfekten, aber zu trägen Lösung. Obendrein plädiert er für mehr Kooperation mit ukrainischen Firmen und deren schneller Innovationskultur. Er fordert, die Anforderungen bei Ausschreibungen einfacher zu halten, damit das Wesentliche – die Einsatzfähigkeit – nicht auf der Strecke bleibt.
Was den holprigen Verlauf des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS betrifft: Das Wort „Fiasko“ will Obermann nicht gelten lassen. Einzelne Programm-Bausteine hätten durchaus Zukunft. Und, fast schon technikverliebt, beschreibt er das Kampfflugzeug der sechsten Generation als essenzielle „Edge-Computing-Plattform“ – also als digital hochvernetztes System, das bemannte und unbemannte Einheiten clever koordiniert. Airbus, so Obermann, stehe bereit, hier das Tempo zu bestimmen.
René Obermann von Airbus will, dass europäische Länder im Verteidigungsbereich enger zusammenarbeiten und den selbstzerstörerischen Nationalismus beenden. Er sieht es als Hindernis, dass in gemeinsamen Projekten jedes Land einen streng proportionalen Anteil erhält, da das oft Innovation und Tempo bremst. Stattdessen fordert Obermann einfachere Prozesse, mehr Flexibilität und eine stärkere, pragmatische Zusammenarbeit – auch mit Blick auf die Dringlichkeit der aktuellen geopolitischen Lage (siehe [spiegel.de](https://www.spiegel.de)). Recherchen zeigen, dass aktuell verstärkt über einen Ausbau der europäischen Rüstungszusammenarbeit diskutiert wird, vor allem angesichts des anhaltenden Ukraine-Kriegs und der wachsenden Unsicherheit (Quellen: [zeit.de](https://www.zeit.de), [faz.net](https://www.faz.net)). In anderen aktuellen Berichten wird betont, dass europäische Synergien – insbesondere im Technologiebereich – entscheidend für die Verteidigungsfähigkeit des Kontinents sind (siehe [taz.de](https://taz.de)). Auch wird zunehmend der Ruf nach schnelleren Entscheidungsprozessen in den europäischen Verteidigungsindustrien laut.