CDU-Alarm: Partei trommelt Mitglieder für Sachsen-Anhalt-Wahl zusammen

Mit einer ungewöhnlichen Mobilisierungsaktion bittet die CDU ihre rund 350.000 Parteimitglieder, beim Wahlkampf in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern persönlich mitanzupacken.

heute 13:24 Uhr | 3 mal gelesen

Interessanterweise berichtet der 'Spiegel' unter Berufung auf ein internes Info-Schreiben aus dem Konrad-Adenauer-Haus: Die Parteispitze ruft ihre Basis auf, vor allem in Sachsen-Anhalt beim Haustürwahlkampf zu helfen – ein niveauvoller Kraftakt mit klarer Message. Ziel: Der AfD in Umfragen Boden abjagen. In ziemlich direkten Worten fordern Generalsekretär Carsten Linnemann und seine Vize Christina Stumpp ihre Leute auf, Wahlkampfbus zu fahren, Standdienste zu machen oder im Urlaub mitzuradeln – jedes Alter, jede Lebenslage ist willkommen. Was nach Zeltlager klingt, ist handfeste Politik am Bürger. Drei Leute pro Landesverband werden (ganz praktisch) gemeinsam losgeschickt, Bulli wünschenswert, Führerschein B bitte mitbringen. Zwei Wochen Idealzeitraum, eine Woche geht auch – der Einsatz variiert, Hauptsache, es klingelt an den Türen. Nicht nur Flyer verteilen und Stände betreuen, sondern echte Gespräche führen – manchmal ist Politik eben auch Tür an Tür mit der Lebenswirklichkeit.

Die CDU legt ungewohnt viel Nachdruck auf persönlichen Einsatz beim anstehenden Wahlkampf in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Es wird nicht nur um organisatorische Hilfe gebeten, sondern ausdrücklich um persönliche Präsenz vor Ort – mit klarer Stoßrichtung gegen die starken Umfragewerte der AfD. Die Aktion ist für eine deutsche Partei in dieser Form neu; offenbar ist der Druck durch das zuletzt wacklige Umfragebild immens. In den letzten 48 Stunden berichteten unter anderem die 'FAZ' und die 'Tagesschau', dass sich die Sorge vor einem weiteren Erstarken rechter Parteien in Ostdeutschland breit macht – und dass klassische Straßenwahlkampf-Aktionen in der Bevölkerung teils auf Skepsis, teils auf überraschende Offenheit stoßen. Neuere Artikel heben hervor, dass vor allem das persönliche Gespräch an der Tür für viele Menschen wieder an Bedeutung gewinnt, weil Distanz zu Politikern und Frust über die Politik „von oben“ zugenommen haben. Gleichzeitig diskutieren Medien und Experten, inwiefern die Strategie der CDU andere Parteien unter Zugzwang setzt und ob freiwillige Wahlkampfhelfer die Lücke zwischen Institution und Alltagsrealität tatsächlich verkleinern können.

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