Irgendwie fühlt es sich an wie ein Déjà-vu: Wieder einmal sorgen sich Verantwortliche um das Überleben der deutschen Kliniken – und diesmal scheint die Lage tatsächlich besonders brenzlig. Nach Angaben des Vorsitzenden der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, wirtschaften aktuell etwa acht von zehn Krankenhäusern defizitär. Noch besorgniserregender: Ganze 16 Prozent gelten als akut insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent sind zumindest wackelige Kandidaten.
Im Zentrum der Kritik steht die geplante Streichung staatlicher Ausgleichszahlungen, die bisher die finanziellen Löcher der Häuser gestopft haben. Gaß fordert Bundesgesundheitsministerin Warken zum Umdenken auf: Statt Hilfen in Höhe von vier Milliarden Euro im November auslaufen zu lassen, solle die Bundesregierung bis auf Weiteres die Rettungsleine auswerfen — ansonsten rollt vermutlich eine Welle an Insolvenzen durchs Land.
Achim Brötel, Präsident des Landkreistages, bringt die Dimension auf den Punkt: Besonders schwer getroffen seien Kliniken in kirchlicher oder freigemeinnütziger Trägerschaft, aber auch kommunale Häuser würden unter den horrenden Defiziten ächzen. Allein in den Jahren 2023 bis 2025 mussten die Landkreise rund 25 Milliarden Euro stemmen, um Klinikpleiten zu verhindern. Ein Unding, wie Brötel findet. Er fordert eine Neubewertung der Krankenhausfinanzierung: Anstatt die Höhe der Zahlungen von der Zahl der behandelten Fälle abhängig zu machen, brauche es eine verlässliche Grundfinanzierung – sonst drohe vor allem im ländlichen Raum ein regelrechtes Kliniksterben. Und wenn man ehrlich ist: Wer glaubt eigentlich noch, dass es ohne grundlegende Änderungen besser wird? Viele fühlen sich jedenfalls zum wiederholten Male im Kreis drehend – und das Krankenhaussystem gleich mit.
In Deutschland geraten immer mehr Krankenhäuser unter finanziellen Druck. Gestiegene Personalkosten, inflationsbedingt teurere Medikamente und Energie sowie ein Rückgang der Behandlungen während der Pandemie haben die finanzielle Lage vieler Kliniken dramatisch verschärft. Die geplante Streichung der staatlichen Ausgleichszahlungen ab November 2025 verschärft die Situation weiter; zuletzt hatten mehr als 60 Kliniken bundesweit Insolvenz angemeldet oder waren von Schließung betroffen. Fachleute warnen zudem, dass ein weiteres Kliniksterben die flächendeckende Gesundheitsversorgung – insbesondere auf dem Land – massiv gefährdet. Während vom Bund eine große Krankenhausreform geplant ist, kritisieren Betroffene, dass diese zu langsam kommt und in der aktuellen Notlage keine schnellen Lösungen biete.