ÖPNV kämpft mit Dieselpreis-Schock: Unsicherheit für Deutschlandticket

Die massiv gestiegenen Preise für Diesel stellen den öffentlichen Nahverkehr bundesweit vor enorme Herausforderungen – das beliebte Deutschlandticket wackelt.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Ehrlich gesagt, so dramatisch haben sich das viele wohl nicht vorgestellt: Laut einer aktuellen Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) – zitiert von der Rheinischen Post – schlagen sich inzwischen fast 90 Prozent der Nahverkehrsunternehmen mit drastisch gestiegenen Betriebskosten herum. Im Klartext: Ihre monatlichen Ausgaben für Diesel sind im Mittel um satte 27,5 Prozent nach oben geschnellt. Und jetzt beginnt das Dilemma: Alexander Möller, Geschäftsführer des VDV, ließ gegenüber der Zeitung durchblicken, dass es auf Dauer nicht bei der bloßen Kostendiskussion bleiben kann. Es drohen handfeste Einschnitte: weniger Bus- und Bahnfahrten quer durchs Land, egal ob auf dem Dorf, in der City oder auf der Bahnstrecke dazwischen. Ironischerweise ist es gar nicht unbedingt der Preis des Tickets selbst, der das Deutschlandticket zur Zitterpartie macht. Viel schlimmer: Wenn Angebote und Verbindungen zurückgehen, verliert die Flatrate schlicht an Wert. Aktuell liegt der Preis des Tickets noch bei 63 Euro – wie es weitergeht, entscheidet sich wohl im September. Nicht zu vergessen: Die jüngsten Preissprünge haben auch mit geopolitischem Gezänk (Stichwort Iran-Krise) zu tun. Die Branche konnte bisher vieles wegpuffern, aber wie Möller sagt: Jetzt ist das Pulverfass voll. Kann der Bund das noch reparieren? Oder halten Länder und Kommunen weiter still? Der Kollaps droht – und das alles, während lauthals über Verkehrswende diskutiert wird.

In den letzten Tagen kam besonders durch die starken Preisanstiege beim Diesel erneut Druck auf die Verkehrsunternehmen im Land. Die „Rheinische Post“ griff eine Umfrage hervor, wonach fast 90 % der Nahverkehrsanbieter aktuell gravierende Kostensprünge erleben – teils 27,5 Prozent mehr an monatlichem Dieselaufwand. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen warnt eindringlich, dass Kürzungen im Angebot drohen, falls keine Unterstützung durch den Bund kommt. Etliche Nachrichtenquellen berichten parallel davon, dass Bund und Länder über Finanzhilfen und Nachbesserungen beim Deutschlandticket diskutieren, während gleichzeitig Diskussionen um alternative Antriebe, Investitionen in den Nahverkehr und steigende Energiepreise das Bild prägen.

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