Deutschland: Unternehmen rechnen vermehrt mit Preisanhebungen

Immer mehr Unternehmen in Deutschland gehen davon aus, ihre Preise anheben zu müssen – der Druck durch teurere Energie macht sich quer durch Branchen bemerkbar.

heute 07:59 Uhr | 3 mal gelesen

Im März hat der ifo-Index für Preiserwartungen einen Sprung auf 25,3 Punkte gemacht – das sind fünf Zähler mehr als noch im Februar, und der höchste Stand seit über einem Jahr. Klaus Wohlrabe, der die Umfragen beim ifo-Institut leitet, spricht von einem wieder zunehmenden Preisdruck; Hauptgrund seien die gestiegenen Energiekosten, vor allem durch den Konflikt im Nahen Osten. Noch vor kurzem hatten gedämpfte Energiepreise für eine Verschnaufpause bei der Inflation gesorgt, jetzt kippt die Stimmung. Es lässt sich kaum leugnen: Viele Firmen wälzen gestiegene Kosten inzwischen systematisch auf die Kundschaft ab. Besonders in der Industrie sowie im Baugewerbe sind die Erwartungen kräftig gestiegen. Interessant: Auch Dienstleistungsunternehmen – vor allem jene mit direktem Kundenkontakt – planen eifrig mit Preisaufschlägen. Der Saldo, der hier gemessen wird, ergibt sich übrigens simpel: Anteil Preiserhöhungen minus Anteil Preissenkungen unter allen Befragten. Maximal könnten es also 100 Punkte sein, am anderen Ende minus 100. Wie groß die Erhöhungen jeweils ausfallen könnten, bleibt offen, denn genau das fragt die Umfrage gar nicht ab. – Vielleicht manchmal gar nicht so dumm, die Details im Ungefähren zu lassen.

Die Lage auf dem deutschen Markt ist wieder angespannt, was die Preisentwicklung angeht. Der seit März 2023 höchste Stand bei den Preiserwartungen deutet darauf hin, dass viele Unternehmen infolge steigender Energiepreise nun deutlicher überlegen, ihre Preise zu erhöhen. Experten warnen bereits, dass dies die Inflation in den kommenden Monaten erneut antreiben könnte, zumal sich der Konflikt im Nahen Osten weiterhin auf die globalen Rohstoffpreise – insbesondere Öl und Gas – auswirkt. In mehreren aktuellen Berichten wurden darüber hinaus veränderte Konsumverhalten, Engpässe in Lieferketten und die allgemeine Unsicherheit in Bezug auf internationale Handelsbedingungen als verstärkende Faktoren für die Preissteigerungen genannt. Neuere Analysen von Wirtschaftsportalen wie FAZ oder taz nehmen auch die Rolle der Zinspolitik und die Reaktion der Verbraucher in den Blick. Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Gemengelage komplex: Einerseits hoffen Unternehmen, ihre Margen zu retten, andererseits könnte der Konsum spürbar abkühlen, wenn die Preiswelle wirklich durchschlägt.

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