Die Versorgung Kubas mit Erdöl steht seit Monaten am Rande des Kollapses, nachdem die USA gezielt Lieferungen aus Venezuela unterbunden und mit wirtschaftlichen Drohungen auch andere Lieferstaaten abgeschreckt haben. Mit der überraschenden Erlaubnis, dass der russische Tanker 'Anatoly Kolodkin' anlegen darf, weicht Trump erstmals von seinem harten Kurs ab, offiziell aus humanitären Gründen. Internationale Medien vermuten aber, dass dies weniger eine Kehrtwende der US-Politik als vielmehr ein entlastender Schachzug angesichts der desaströsen Lebensbedingungen auf Kuba ist. Im Netz kursieren Berichte, dass in Havanna die ersten Erleichterungen spürbar sind, während andererseits unklar bleibt, ob diese Geste tatsächlich auf längere Sicht eine Änderung signalisiert oder nur ein kurzfristiger Schachzug ist. Das politische Ringen um Einfluss, Öl und Menschenrechte in der Karibik bleibt jedenfalls ein Spiel auf dünnem Eis. Zusätzliche Details aus der aktuellen Berichterstattung: Laut FAZ verschärften die USA unter Biden weiterhin die Sanktionen gegen Kuba, während sich die Lage für die Bevölkerung zuspitzt. Die Süddeutsche berichtet von erneuten Protesten gegen Stromausfälle und Versorgungsengpässe auf der Insel, die teils mit polizeilicher Härte beantwortet wurden. Wie taz und Spiegel analysieren, sieht Moskau im Einsatz seiner Tanker nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine geopolitische Antwort auf die westlichen Sanktionen; das russisch-kubanische Energiepaket gilt neben wirtschaftlichen auch als symbolischer Affront gegen Washingtons Druckmittel.