Trump zweifelt erneut am Verbleib der USA in der Nato
US-Präsident Donald Trump hat wieder einmal zur Debatte gestellt, ob die Vereinigten Staaten weiterhin Teil der Nato bleiben sollen. Er erwägt einen Austritt, weil die Allianz sich angeblich zu wenig hinter seine Position gegenüber dem Iran stellt, betonte er in einem Interview mit der britischen Zeitung 'The Telegraph'.
heute 13:59 Uhr | 3 mal gelesen
Trump hat das Verteidigungsbündnis Nato als 'Papiertiger' bezeichnet und darüber gesprochen, dass ein Austritt der USA inzwischen 'mehr als nur theoretisch' diskutiert wird. Nicht zum ersten Mal brechen damit alte Gräben zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten auf, diesmal verschärft durch den Streit rund um den Iran. Besonders auffallend: US-Außenminister Marco Rubio warf der Nato vor, die Allianz sei 'ein Einbahnstraßen-Deal', bei dem die USA mehr geben als nehmen. Rubio merkte an, dass die amerikanische Mitgliedschaft nach dem Iran-Konflikt grundsätzlich überdacht werden müsse. Sollten Nato-Staaten den USA bei deren Interessen und Konflikten keine Unterstützung gewähren, gerate die Sinnhaftigkeit des Beitritts ins Wanken – oder, wie Rubio es ausdrückte: 'Warum sollen wir dann loyal bleiben?' Trump pflichtete diesen Aussagen öffentlich bei und kündigte an, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in einer Ansprache weitere Details zum Verlauf des Iran-Kriegs und zur Haltung der USA gegenüber dem Bündnis zu erläutern. Ob es reine Rhetorik bleibt oder tatsächlich zu einer Zäsur kommt – man darf gespannt sein.
Donald Trumps skeptischer Blick auf die Nato ist kein Novum, erhält jedoch durch den aktuellen Iran-Konflikt neue Schärfe. Seine offenen Zweifel an der Allianz und die Androhung eines Austritts sorgen international für Stirnrunzeln, besonders unter europäischen Partnern, die in den vergangenen Jahren bereits wiederholt Nachbesserungen ihrer Verteidigungshaushalte zugesagt hatten. Auch aktuelle Analysen aus seriösen Medien wie der FAZ, der Zeit und der Süddeutschen belegen, dass ein Bruch der USA mit der Nato geopolitisch und sicherheitstechnisch weitreichende Risiken hätte – von einer Destabilisierung der transatlantischen Zusammenarbeit bis zu neuen Spielräumen für Russland im europäischen Raum.