Nouripour: Ein WM-Triumph poliert das Image der Regierung nicht auf

Omid Nouripour von den Grünen glaubt nicht, dass ein starker Auftritt der DFB-Elf bei der WM das Ansehen der Bundesregierung verbessern würde – die Euphorie würde zwar Spaß machen, echte politische Baustellen aber unbearbeitet lassen.

16.05.26 10:27 Uhr | 63 mal gelesen

Natürlich – ein deutscher WM-Sieg, das würde hierzulande für ordentlich Feierlaune sorgen. Nouripour sagt aber ganz offen: Die Leute erwarten mehr als jubelnde Fanfahnen, nämlich dass die drängenden Probleme, die ihnen auf den Nägeln brennen, sichtbar angegangen werden. Selbst ein neues Sommermärchen reißt da keine Gräben zwischen Bevölkerung und Politik zu: Das kurze Glück auf den Straßen wandelt sich schnell wieder in nüchterne Alltagserwartungen. Politiker können sich also nicht entspannt zurücklehnen, wenn die Elf gewinnt. Das ist schön für uns alle, aber eben kein Freibrief fürs Regieren.

Omid Nouripour, Vorsitzender der Grünen, wehrt sich gegen die Idee, dass die Bundesregierung politisch vom möglichen WM-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft profitieren könnte. Er betont, dass die Bürger weiterhin von der Politik die Lösung virulenter Probleme erwarten – der sportliche Glanz überdecke diese Forderungen nicht. Tatsächlich ist die öffentliche Stimmung in Deutschland gegenüber der Bundesregierung aktuell angespannt: Energiekrise, Haushaltsstreitigkeiten und die Migrationsdebatte liegen schwer im Raum, wie verschiedene Medienhäuser berichten. In aktuellen Artikeln etwa wird deutlich, dass ein sportliches Hoch kaum ausreicht, um das gesunkene Vertrauen in die Politik aufzupolieren – allzu groß ist die Skepsis, dass ein vorübergehender Hype nachhaltige Veränderungen bringt. Selbst nach den Erfahrungen der WM 2006 blieb der bittere Nachgeschmack in Sachen Politik bestehen: Euphorie kann weit tragen, aber nicht bis zum Kabinettstisch.

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