Deutschland und Europa, so Wildberger, bräuchten dringend mehr Luft zum Atmen, um im globalen Rennen um Innovation mithalten zu können – gerade wenn es um KI geht. Klar, Sicherheit und verlässliche Kontrollmechanismen sollen nicht über Bord geworfen werden: Bevor etwas auf den Markt kommt, muss es getestet und sicher sein, das versteht sich von selbst, meint er. Auch die großen Gesetzeswerke wie der Digital Markets Act oder der Digital Services Act seien seiner Ansicht nach keinesfalls entbehrlich, schließlich spiegeln sie grundlegende Werte wider. Was ihm allerdings sauer aufstößt: Die Tendenz, schon in der Entwicklungsphase mit Regeln um sich zu werfen – noch bevor überhaupt ein tragfähiges Produkt am Horizont erscheint. Laut Wildberger hat das in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Innovationen ausgebremst wurden. Künftige Politik, so seine Forderung, müsse darum viel treffsicherer zwischen notwendiger Absicherung und hinderlicher Bürokratie unterscheiden. Übrigens – ein bisschen mehr Vertrauen in die eigene Innovationskraft würde auch nicht schaden.
Wildberger kritisiert, dass europäische Regulierung zu oft wie ein Stoppschild vor der eigentlichen Erfindung steht, und wünscht sich mehr Freiraum für die Entfaltung von KI-Technologien, ohne jedoch grundlegenden Verbraucherschutz oder grundlegende Werte preiszugeben. Aktuelle Debatten zeigen, dass viele Fachleute ähnliche Sorgen hegen: Einerseits brauchen Innovationen eine gewisse Freiheit, andererseits sind Prüfungen und Sicherheitsstandards – vor allem bei mächtigen Technologien wie KI – unverzichtbar. Der Digitalminister wirbt letztlich für ein Umdenken, damit Europa nicht nur Regeln aufstellt, sondern auch klasse Produkte hervorbringt.