Der Druck auf die Altkleidersammlung in NRW ist deutlich spürbar: Die ständig wachsende Flut, vor allem minderwertiger und kaum weiterverwendbarer Fast Fashion, gefährdet das bestehende Sammelsystem, das hauptsächlich von Kommunen und gemeinnützigen Organisationen getragen wird. NRW-Umweltminister Krischer fordert deshalb eine klare gesetzliche Regelung, die die Textilhersteller in die Pflicht nimmt, sich an Entsorgungs- und Recyclingkosten zu beteiligen. Bundesweit diskutiert man mittlerweile über ein Textilgesetz, ein entsprechendes Eckpunktepapier der Bundesregierung liegt bereits vor. Neuere Entwicklungen belegen zudem, dass auch in weiteren Bundesländern die Kritik an Fast Fashion lauter wird; der BUND fordert zum Beispiel eine europaweite Regelung und berichtet über innovative Recyclingansätze in den Niederlanden. In Frankreich gibt es bereits ein ähnliches Gesetz zur erweiterten Herstellerverantwortung, das als Vorbild für Deutschland genannt wird. Laut einer heute veröffentlichten Studie der Deutschen Umwelthilfe werden jährlich etwa 391.000 Tonnen Kleidung in Deutschland entsorgt, wobei schätzungsweise 60% davon aus nicht recyclingfähigen Synthetikfasern bestehen – Umweltexperten plädieren daher für einen Fonds zur Förderung langlebiger und reparierbarer Textilien.
heute 17:23 Uhr