Auffällig ist zudem der Seitenhieb auf die restlichen Koalitionspläne: Zukünftige Beschlüsse, so argumentiert Bilger, müssten sich immer auch daran messen lassen, ob sie der Wirtschaft tatsächlich auf die Beine helfen. Inwieweit politische Einigungen und die Umsetzung von Steuerentlastungen tatsächlich so geradlinig verlaufen – das steht natürlich auf einem anderen Blatt. Man kennt das: Zwischen Absichtserklärungen und echter Wirkung klafft oft eine Lücke.
Die Union fordert beim bevorstehenden Zusammentreffen mit der SPD eine verbindliche Festlegung, ab wann die beschlossenen Steuererleichterungen für untere und mittlere Einkommensgruppen greifen. Laut Steffen Bilger soll die Entlastung ab Anfang 2027 kommen, doch bislang fehlt ein detaillierter Ablaufplan. Interessant ist, dass dieser Vorstoß in eine Zeit fällt, in der die Bundesregierung wegen ihrer Wirtschafts- und Steuerpolitik unter wachsendem Druck steht – etliche Verbände und Teile der Wirtschaft beklagen mangelnde Investitionsanreize und eine drohende konjunkturelle Stagnation. Außerdem berichten mehrere Medien, dass die Haushaltslage weiterhin angespannt ist, was zusätzliche Ausgaben für Entlastungen kompliziert macht. So ist zum Beispiel im 'Handelsblatt' und bei 'Spiegel' zu lesen, dass parallel eine höhere Erbschaftsteuer zur Diskussion steht, um Einnahmen zu sichern. Die Debatte bleibt also komplex: Steuererleichterung für viele – aber wie das Ganze solide gegenfinanziert werden soll, ist weiterhin fraglich.